Österreich

Erste Kirche mit Fingerabdruck für Christen

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:20

So alt manche Gotteshäuser auch sind, ihre Sicherheitstechnik ist auf dem neuesten Stand: Zumindest in der Kirche in Maria Enzersdorf. Dort gibt es einen Fingerabdruck-Scanner für alle, die außerhalb der Öffnungszeiten in dem heiligen Haus ein Gebet sprechen möchten. Doch nicht alle Kirchen sind technisch so top ausgestattet und werden immer noch Opfer von Diebstählen.

So alt manche Gotteshäuser auch sind, ihre Sicherheitstechnik ist auf dem neuesten Stand: Zumindest  in der Kirche Maria Enzersdorf. Dort gibt es einen Fingerabdruck-Scanner für alle, die außerhalb der Öffnungszeiten in dem heiligen Haus ein Gebet sprechen möchten. Doch nicht alle Kirchen sind technisch so top ausgestattet und werden deshalb immer noch Opfer von Diebstählen.

Wer in der Kirche Maria Enzersdorf außerhalb der Öffnungszeiten beten möchte, muss seine Identität prüfen lassen. Direkt neben der Eingangstüre befindet sich ein schwarzes Kästchen, welches die Türe erst öffnet, wenn es den rechten Zeigefinger gescannt hat.

Anlass für diese neue Technik waren die regelmäßigen Diebstähle in der Wallfahrtskirche, bei denen unter anderem zwei Engel abhanden gekommen sind. Seit der Installierung kam es zu keinem Vorfall mehr.

Entwendungen

Dies könnte Vorbild für andere Kirchen werden - denn die Zahl der Diebstähle aus heiligen Stätten nimmt generell zu. Gerade jene in Niederösterreich sind gefährdet, denn heuer wurden schon insgesamt sechs Mal in Gotteshäusern zugeschlagen: In Wieselburg, Mank und Steinparz (beide Bezirk Melk), Ober-Grafendorf und Seeben (beide Bezirk St. Pölten) sowie in Türnitz (Bezirk Lilienfeld).

Aus der Kirche Wieselburg (Scheibbs) wurden zum Beispiel zwei Engelstatuen im Wert von 20.000 Euro gestohlen.

Vergangener Diebstahl

Die Entwendung wurde allerdings erst nach Wochen entdeckt, da die Figuren von Blumenschmuck verdeckt waren. Allerdings gibt es Hochzeitsbilder vom 25. August, auf denen die Engel noch zu sehen sind. Da das genaue Datum der Entwendung aber ungewiss ist, erschwert es die Ermittlungen der Polizei. 

Lukrativer Schwarzmarkt

Der Pfarrer von Wieselburg denkt: „Menschen, die auch entsprechende Mittel zur Verfügung haben, erteilen dann Aufträge, sie suchen barocke Figuren, damit sie die erwerben können“. Dies würde auf einen lukrativen Schwarzmarkt für gestohlene Kirchengüter hindeuten.

Sicherheitsmaßnahmen

Die Polizei möchte noch nicht von Auftragsdiebstählen ausgehen, da noch kein einziger Gegenstand wieder aufgetaucht sei. Das Landeskriminalamt ersucht um Hinweise unter der Telefonnummer 05 9133-303333.

Doch trotz dieser Vorfälle heißt es seitens der Diözese St. Pölten, dass man auch in Zukunft die Kirchen nicht zusperren möchte, aber über erhöhte Sicherheitsvorkehrungen nachdenke.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen