Erste Runde im "Grünen Fünfkampf"

Die fünf Kandidaten: Benjamin Kaan, David Ellensohn, Marihan Abensperg-Traun, Birgit Hebein und Peter Kraus (von links)
Die fünf Kandidaten: Benjamin Kaan, David Ellensohn, Marihan Abensperg-Traun, Birgit Hebein und Peter Kraus (von links)Bild: Philipp Hutter
Bei den Wiener Grünen geht die Suche nach dem nächsten Spitzenkandidaten in die heiße Runde. Gestern Abend stellten sich die fünf Kandidaten dem ersten von insgesamt vier Hearings.
Mit einem Jingle, Blitzlichtgewitter und 60-Sekunden-Countdown ging gestern Abend im prallgefüllten Odeon-Theater (Leopoldstadt) das erste Hearing der fünf Kandidaten für die neue grüne Nummer eins – und damit die Nachfolge von Maria Vassila­kou – über die Bühne.

Setting: Fernseh-Show mit grünen Inhalten

In dem wie in einem TV-Studio inszenierten Hearing diskutierten am Dienstag Abend Klubchef David Ellensohn, Sozialsprecherin Birgit Hebein, Gemeinderat Peter Kraus und die zwei Quereinsteiger, Jugendpsychiaterin Marihan Abensperg-Traun und der Meidlinger Bezirksrat Benjamin Kaan. Vor rund 300 Wählern standen während des 90-minütigen "Grünen Fünfkampfs" alle wichtigen Grünthemen von Lobautunnel über Heumarkt und Flüchtlinge bis hin zu leistbarem Wohnen und Klimawandel auf dem Programm.

Wichtigste Grün-Themen wurden abgehandelt

Einigkeit herrschte, dass sich Fehler der Vergangenheit (etwa der Heumarkt) nicht wiederholen dürfen und dass es ein selbstbewussteres Auftreten gegenüber dem Koalitionspartner brauche. Ellensohn wünschte sich mehr "radikales Denken" und pragmatische Umsetzung, man müsse schauen: "Wo können wir retten was Schwarz-Blau kaputt macht." Außerdem forderte Ellensohn: "Statt den Lobautunnel zu bauen, sollten wir Geld in Bildung stecken."

Kraus ("Der Klimawandel ist so real, dass Menschen sterben") forderte mehr Anstrengung im Umweltschutz. Von Maria Vassilakou habe er "vieles gelernt, auch, dass man Entscheidungen treffen muss – auch unpopuläre." Kraus wünschte sich ganz allgemein als Motto: "Mut geben und nicht Angst machen".

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Kaan wünschte sich einen "One-Stop-Shop" für Unternehmer – um den "Spießrutenlauf" an bürokratischen Hürden für kleine Unternehmer zu beenden. Der Meidlinger Bezirksrat Kaan überraschte auch mit klaren Ansagen wie: "Autofahren ist für mich ein Lebensgefühl." Er wünscht sich Park& Ride-Anlagen für Wiener. Auch Birgit Hebein sieht ein "massives Problem mit Pendlern", wünschte sich ein "365-Euro-Umland-Ticket", stellte außerdem klar: "Ich stehe zu Rot-Grün."

Abensperg-Traun trat für eine "Ökologisierung der Steuerpolitik" ein, forderte dass "mehr von der Straße auf die Schiene" verlegt wird und forderte ein "Pfandsystem auf Plastik und Alu". Birgit Hebein wünscht sich die Verknüpfung von Umwelt- und Sozialpolitik. Und: "Wir werden keine Politik auf dem Rücken der Ärmsten machen." Außerdem forderte Hebein "Wohnen als Grundrecht" ein. Einig war sich die Runde, dass die neue Widmungskategorie "Geförderter Wohnbau" "enorm wichtig" ist, wie es Hebein formulierte.

David Ellensohn betonte zum Abschluss der Konfrontation den Teamgeist: "Irgendjemand wird erster sein. Wir werden sicher gewinnen."

Kogler: "Großartiger demokratischer Versuch"

Für den Chef der Bundes-Grünen Werner Kogler war der Abend ein "großartiger, demokratischer Versuch, der alle Erwartungen übererfüllt hat". "Heute" hörte sich nach dem Hearing unter den Zuhörern um. Die Stimmung: positiv. "Wahnsinnig professionell", fanden die beiden grünen Mitglieder Verena Knogler und Cathy Schneider. Die Kandidaten hätten "gezeigt, dass es keine Rivalität gibt, alle fünf Kandidaten waren großartig." Und: "Öffnen wir die Partei, damit die Wiener mitmachen."

Bis 18. Oktober können sich Wähler registrieren

So geht's weiter: Drei weitere Hearings folgen, von 8. bis 26.11. wird (von derzeit 1.600 registrierten Wählern und 1.400 Grün-Mitgliedern) gewählt. Ende November soll der neue Spitzenkandidat dann feststehen. Wer jetzt Lust bekommen hat, auch zu wählen, der kann sich noch bis 18. Oktober registrieren. Infos auf spitzenwahl.wien

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