Wolfgang Schäuble (CDU) wurde eindeutig zum Präsidenten des Bundestags gewählt. Der bekommt üblicherweise sechs Stellvertreter. Damit könnte jede Fraktion einen Abgeordneten für die Position vorschlagen.
Fünf der Kandidaten erlangten im ersten Anlauf eine Mehrheit - lediglich der Vorschlag der AfD wurde deutlich abgelehnt: Von 705 Abgeordneten stimmten ganze 550 für Nein.
Drei Mal abgelehnt
Der Mann den die AfD ins Rennen geschickt hat: Albrecht Glaser. Ihm wird vorgeworfen, den Muslimen das Grundrecht auf Religionsfreiheit aberkennen zu wollen. Ein Vorschlag, der bei der Mehrheit nicht sonderlich gut ankommt.
Die AfD blieb aber stur, wollte ihren Kandidaten nicht wechseln. Erneut wurde Glaser als Stellvertreter vorgeschlagen und erneut setzte es eine klare Absage. Aber wie heißt es so schön: Alle guten Dinge sind drei. Doch auch beim dritten Anlauf änderten die Abgeordneten ihre Meinung nicht.
Dann wurde es Schäuble zu bunt. Er beendete die erste Sitzung des Bundestages mit der Ansage, dass kein weiterer Wahlgang stattfinden werde - zumindest bis zur nächsten Zusammenkunft der Abgeordneten. Dort kann die AfD erneut Glaser als Stellvertreter vorschlagen.
Streit um Sitzplätze
Die Neuankömmlinge sorgten aber auch für weitere Tumulte: Die AfD stellte einen Antrag, dass nicht der älteste Abgeordnete die erste Rede halten sollte, sondern ein Versammlungsleiter. Nach zehn Sekunden wurde der Antrag mit einer deutlichen Mehrheit abgeschmettert.
Auch wegen der Sitzordnung kam es zu Streitereien: Denn niemand wollte sich neben die AfD setzen, die ganz rechts außen Platz genommen haben. Am ende musste sich die FDP fügen, überlegt aber das Thema demnächst erneut auf die Tagesordnung zu bringen. (slo)