Erster Direktor mahnt zur Video-Pflicht im Homeschooling

Jeden Montag gibt Niki Glattauer in "Heute" Noten.
Jeden Montag gibt Niki Glattauer in "Heute" Noten.Sabine Hertel
Glattauer gibt Noten. Heute: Nur noch zweieinhalb Wochen Fernunterricht. Und:  Denken wir bitte jetzt schon an den Herbst! 

Die Schulen sind also ab Montag wieder offen, wenn auch viele vorerst nur im Schichtbetrieb. Dass der Fernunterricht aber ein Ablaufdatum bekommen hat, ist hoch an der Zeit, denn immer mehr Schüler boykottieren ihn jetzt schon – durch Ausschalten der Computer-Kamera! Mitunter sogar in konzertierten Aktionen ganzer Klassen (Poly in Wien, MS in Linz, beide Schulen mir namentlich bekannt).

Jetzt sah sich auch der Direktor des Vorzeige-Gymnasiums Wien-Draschestraße in einem Elternbrief zu deutlichen Worten gezwungen: "Ich erinnere daran, dass die Teilnahme am Online-Unterricht schulrechtlich verbindlich ist. Ohne Bild- und Tonbeitrag kann diese Teilnahme nicht überprüft werden. Der aufwändige Online-Unterricht soll ja nicht zur Berieselung bei anderen Tätigkeiten verkommen." Stimmt. Zweieinhalb Wochen noch. An vielen Schulen ist Freitag nach Christi Himmelfahrt schulautonom frei, der letzte Tag mit Online-Unterricht daher Mittwoch, der 12. Mai.

Note: Gut so!

Glattauer gibt Noten
Niki Glattauer war 25 Jahre Lehrer und Schuldirektor in Wien. Er hat bisher 13 Bücher veröffentlicht, alle zum Thema Schule wurden Bestseller. Jeden Montag vergibt er in einer Kolumne für "Heute" Schulnoten.

Alle seine Artikel findest Du hier.

Denken wir bitte jetzt schon an den Herbst!

Ab 17. Mai ist also wieder "Schule halb normal" – Maskenpflicht & Co. bleiben ja aufrecht. Dann sind es noch sieben bzw. im Westen acht Wochen bis zu den Sommerferien. Aber der Herbst kommt bestimmt. Und da wird es mehr brauchen als testen, testen, testen. Eine Impf-Rate beim Schulpersonal von nur 50 Prozent (Salzburg 42 Prozent, Vorarlberg 45 Prozent; in Oberösterreich haben sich nur 52 Prozent überhaupt angemeldet, in Tirol wiederum viele impfwillige Lehrer nicht einmal noch einen Termin für die Erstimpfung!) nenne ich ein gesundheitspolitisches Totalversagen. Denn unsere Pädagogen müssen zu 100 Prozent geimpft sein. Aus. Wenn es sein muss, per Weisung. Sonst werden zigtausend Klassen im Herbst nicht Orte, sondern Horte der Ansteckung.

Und sollten unsere Schulen und Kindergärten über den Sommer nicht flächendeckend mit Entlüftungsgeräten und Adressen mit Ausweichquartieren versorgt werden, spreche ich auch von einem schulpolitischen Versagen.

Note: Schauma!

Impfen: In 20 Minuten g'spritzt & fertig…

Was in der Kritik an der Corona-Bekämpfung zu kurz kommt, sind lobende Worte für das, was funktioniert. Wie die Impfstraße im Wiener Austria Center. Impfstraße ist nämlich gut. Da reden wir von Österreichs größtem Tageskongress-Center, das in einem logistischen Bravourakt zum größten Impf-Parcours des Landes umfunktioniert wurde, wo Hunderte Mitarbeiter auf Hunderten Metern und drei Stockwerken 12 Stunden am Tag Tausende von Impflingen einweisen, durchchecken und bis nach (!) dem Jaukerl fürsorglich betreuen.

Ich war am Mittwoch selber dran, als Risikopatient, keine Details ;-), von der Gesundheitskasse vorgereiht. 10 Minuten vor meinem Termin war ich gestellt, 10 Minuten danach g'spritzt & fertig. Wie das in den 20 Minuten geflutscht ist, kann reibungsloser, angenehmer und professioneller nicht flutschen.

Note: Sehr gut
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