Schutzausrüstung fehlt – Hausarzt stirbt an Corona

Bürgermeister (l.) und verstorbener Gemeindearzt
Bürgermeister (l.) und verstorbener GemeindearztBild: Gemeinde
Bestürzung in der Gemeinde Himberg (Bezirk Bruck): Am Sonntag verstarb der Gemeindearzt (69) auf der Intensivstation im Krankenhaus in Wien.

"Es ist ein tragischer Schicksalsschlag, mein ganzes Mitgefühl gehört der ganzen Familie. Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen und seinen Kindern", zeigt sich Bürgermeister Ernst Wendl gegenüber „Heute" tief betroffen. Vor zwei Wochen hatte der Gemeindearzt die Praxis wegen seiner Corona-Erkrankung geschlossen. "Er hat mir mitgeteilt, dass er infiziert ist, er wurde dann ins Spital nach Hietzing gebracht", erklärt Wendl.

Der Gesundheitszustand des Mediziners, der an Vorerkrankungen gelitten haben soll, dürfte sich in den letzten Tagen rapide verschlechtert haben, am Sonntag starb er im Spital auf der Intensivstation. Der 69-Jährige war im Ort sehr beliebt, hatte seine Praxis bis zu seiner Erkrankung offen gehabt und war auch seit mehr als 30 Jahren für die Feuerwehr als Arzt im Einsatz.

Seit 1988 bei der Feuerwehr

"Seit 1988 kümmerte sich unser Feuerwehrarzt um die Untersuchungen. Für seine Verdienste für das Feuerwehrwesen wurde er mehrfach ausgezeichnet. Doch die Covid-19-Pandemie ist ihm zum Verhängnis geworden und so ist er im Kampf gegen diesen schrecklichen Lungenvirus verstorben. Unsere Anteilnahme gilt seiner Familie und seinen Angehörigen", trauert die Himberger Feuerwehr um den Mediziner.

Geschockt ist man auch bei der "Plattform Freiwilligkeit" vom Tod des Kollegen. Die Organisation setzt sich für besseren Schutz für niedergelassene Ärtze ein. "Wir Hausärzte sind nach wie vor auf uns alleine gestellt, bekommen überhaupt keine Schutzausrüstung, betreuen aber weiter Patienten. Der nun erste in Niederösterreich verstorbene Hausarzt hat sich dennoch bis zu seiner Erkrankung aufopfernd um Patienten gekümmert. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen des geschätzten Kollegen", sagt der Wr. Neustädter Arzt Oliver Rückert.

Ärztekammer "erschüttert" über Tod

Am Abend reagierte auch die NÖ Ärztekammer mit einer Aussendung: "Covid-19 hat heute das erste Todesopfer unter den niederösterreichischen Ärzten gefordert. Ein Hausarzt aus Niederösterreich, der sich bis zuletzt in seiner Ordination um seine Patientinnen und Patienten gekümmert hat, ist heute an SARS-CoV-2 gestorben", heißt es darin. „Es fehlt nach wie vor an ausreichender Schutzausrüstung für die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte", wird Christoph Reisner, Präsident der NÖ Ärztekammer, zitiert.

Beim 69-jährigen Himberger handelt es sich um den ersten medial bekannt gewordenen Todesfall eines praktizierenden Arztes in Österreich im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Die Ärztekammer bestätigte Sonntagabend die "Heute"-Info in einer Aussendung und zeigte sich "erschüttert" über das Ableben des Kollegen. Die Standesvertretung fordert: "Ärzte brauchen dringendst qualitativ hochwertige Schutzausrüstung." Mehr dazu HIER >>

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