Welt

Erster israelischer Zivilist gestorben

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:27

Nach etwa sechsstündiger Feuerpause hat Israel am Dienstag seine Luftangriffe auf den Gazastreifen wieder aufgenommen. Am Dienstagnachmittag starb erstmals seit Beginn der Eskalation ein israelischer Zivilist. Israels Ministerpräsident Benjamin Natanyahu kündigt eine Ausweitung der Offensive an.

Wie die israelische Armee am Dienstag bekannt gab starb ein 38-Jähriger, der in der Nähe des Grenzübergangs Erez zum Gazastreifen Soldaten mit Nahrung versorgte. Die tödliche Rakete wurde aus dem Gazastreifen abgefeuert. Bisher konnte Israel eigene Todesopfer vermeiden, weil Abwehrsysteme viele Geschosse abfangen konnten und etliche Raketen auf freiem Feld niedergingen.

Israel will Offensive ausweiten

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat am Dienstag eine Ausweitung der Militäroperationen gegen militante Palästinenser im Gazastreifen angekündigt. "Die Hamas lässt uns keine andere Wahl", sagte der Politiker in einer Fernsehansprache. "Sie hat es vorgezogen, weiter (auf uns) zu schießen, und sie wird einen hohen Preis dafür bezahlen."

Hamas hielten sich nicht an Waffenruhe

Israel hatte am Dienstagvormittag nach einer diplomatischen Initiative Ägyptens eine einseitige Feuerpause verkündet. Die islamistischen Hamas-Milizen und ihre Verbündeten fühlten sich nicht daran gebunden und setzten den Raketenbeschuss Israels fort. Israel nahm daraufhin seinerseits die Luftangriffe auf Gaza wieder auf. "Ein Waffenstillsand ohne Einigung ist ausgeschlossen", meinen die Muslime. "In Zeiten des Krieges lässt man nicht die Waffen ruhen, um anschließend zu verhandeln." Ganz abgesehen davon habe man kein offizielles Angebot erhalten.

Dem Vorschlag Ägyptens zufolge sollten bis 08.00 Uhr (MESZ) der Initiative zustimmen, die eine Waffenruhe innerhalb von zwölf Stunden vorsieht. Binnen 48 Stunden sollte es dann Friedensverhandlungen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo geben.

Tote bei Angriff auf Golanhöhen

Außerdem sind bei israelischen Luftangriffen auf die syrischen Golanhöhen laut Aktivisten in der Nacht auf Dienstag vier Menschen getötet worden. Kampfflugzeuge hätten um 01.15 Uhr Ortszeit Raketen auf einen syrischen Militärstützpunkt und den Verwaltungssitz der Provinz Kuneitra abgefeuert, so die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Dabei seien zwei Wachleute sowie zwei Frauen getötet worden.

Die israelischen Angriffe erfolgten, nachdem nach israelischer Darstellung eine Rakete aus Syrien in einem von Israel besetzten Gebiet der Golanhöhen eingeschlagen war, ohne Schäden anzurichten.

 
Die Zahl der Toten im Gazastreifen lag am Dienstag Mittag bei 187. 1.390 Menschen sind binnen einer Woche bei den massiven israelischen Luftangriffen verletzt worden.

Auf den Golanhöhen, die Israel seit dem Sechstagekrieg des Jahres 1967 teilweise besetzt hält, ist die Lage seit dem Beginn des Bürgerkriegs in Syrien vor mehr als drei Jahren angespannt. Bereits im März hatte die israelische Luftwaffe Armeestellungen in Syrien beschossen. Das österreichische Bundesheer, das fast 40 Jahre an der UNDOF-Mission auf den Golanhöhen beteiligt war, zog sich vor rund einem Jahr angesichts der verschärften Sicherheitslage aus dem Gebiet zurück.

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