Die Atacama-Wüste, eine Region, die sich über 1.200 Kilometer vom Süden Perus zum Norden Chiles erstreckt, ist Trockenheit angesagt. Die Atacama gilt als eines der trockensten Gebiete der Welt, an vielen Punkten fällt jahrzehntelang kein Regen.
Grund ist eine spezielle Lage: die Anden sorgen für einen Regenschatten, hier landet kein Tropfen Wasser. Und auch über die Küste kommt keine Wolke auf, denn hier verhindert eine kalte Meeresströmung die Entwicklung von Regenwolken.
Death Valley ist im Vergleich echt nass
Einige Gebiete der Wüste erhalten nur Wasser durch die Auswirkungen des Klimaphänomens El Niño, und das nur alle sechs bis zehn Jahre. Im Durchschnitt fällt hier allerdings nur etwa ein Fünfzigstel der Regenmenge, die im Death Valley in den USA gemessen wird.
So könnte man annehmen, jeder Tropfen würde in der Atacama dringend gebraucht. 2015 fiel in mehreren Gebieten aber der erste Regen seit 500 Jahren – und hat, wie sich jetzt durch Forschungen herausstellte, offenbar 85 Prozent der dortigen Lebewesen getötet.
Besonders Mikroben und Einzeller sind dem Wasser zum Opfer gefallen. Sie waren im Laufe von Millionen Jahren darauf spezialisiert, in absoluter Dürre zu überleben. An die plötzliche Nässe konnten sie sich nicht anpassen – und starben. (red)