Politik

Erster schwuler Nationalrat 'verheiratet'

Der steirische BZÖ-Landesparteiobmann Gerald Grosz ging mit seinem Lebensgefährten eine Eingetragene Partnerschaft ein.
Heute Redaktion
14.09.2021, 15:57

Die Zeremonie fand am Freitag in Graz statt, bestätigte Grosz der APA. "Das ist ein wunderschöner Tag, er sollte aber privat bleiben", es handle sich um "unseren Tag, nicht jenen des Politikers Grosz", betonte er. Diese eingetragene Partnerschaft ist nicht die erste in der österreichischen Politik, wie die "Kleine Zeitung" berichtet. Der Wiener Gemeinderat Marco Schreuder (Grüne) "heiratete" im April 2005 seinen Mann.

Gerald Grosz wurde am 15. Februar 1977 in Graz geboren. Seit 2005 ist er beim BZÖ-Steiermark, seit Oktober 2008 Abgeordneter im Nationalrat. Von 2006 bis 2008 war er Generalsekretär des BZÖ und von 2009 bis 2010 dessen stellvertretender Bundesbündnisobmann.

Pressesprecher von Herbert Haupt

Grosz besuchte im weststeirischen Deutschlandsberg die Volks- und Hauptschule sowie die Handelsakademie. Im Jahr 1992 trat er der FPÖ Jörg Haiders und dem Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ) bei. Von 1993 bis 1996 stand er dem RFJ in seinem Heimatbezirk Deutschlandsberg als Bezirksobmann vor. Anschließend fungierte er bis 1999 als geschäftsführender Stadtparteiobmann der FPÖ in Deutschlandsberg. Zwischen 1999 und 2000 arbeitete er als parlamentarischer Mitarbeiter der damaligen Nationalratsabgeordneten Beate Hartinger und Herbert Haupt.

Vom Oktober 2000 bis Jänner 2005 war Grosz Pressesprecher im Kabinett des Sozialministers und damaligen Vizekanzlers Herbert Haupt, nach dessen Ausscheiden arbeitete er bis Anfang 2007 in derselben Funktion für den damaligen Staatssekretär Sigisbert Dolinschek. Nach dem Abspalten des BZÖ von der FPÖ trat er 2005 aus der FPÖ aus und wechselte zum BZÖ.

Jörg Haider unterstützte Grosz

Danach saß er bis Anfang Mai 2007 als BZÖ-Mandatar im Deutschlandsberger Gemeinderat. Beim Gründungskonvent des BZÖ-Steiermark am 5. Juni 2005 wurde Grosz auf Vorschlag von Jörg Haider zum ersten Bündnisobmann der Steiermark gewählt. Am 23. Oktober 2006 präsentierte ihn BZÖ-Chef Westenthaler als neuen Generalsekretär des BZÖ. Diese Funktion legte er nach zwei Jahren Tätigkeit am 8. August 2008 mit der Begründung, dass er sich auf die Steiermark konzentrieren wolle, zurück.

Am 4. November 2007 wurde Grosz Spitzenkandidat des BZÖ für die Grazer Gemeinderatswahl am 20. Jänner 2008, bei der das BZÖ 4,3 Prozent der Stimmen und zwei Mandate erreichte. Vom 13. März 2008 war er mit einer Unterbrechung zwischen September 2010 und Februar 2011 bis Jänner 2013 Gemeinderat der Stadt Graz. Zusätzlich zu seinen Funktionen im Nationalrat.

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