Erster Sozialmarkt muss die Lebensmittel rationieren

Im Sozialmarkt in Linz-Urfahr gibt es nur mehr eine Packung Eier pro Person.
Im Sozialmarkt in Linz-Urfahr gibt es nur mehr eine Packung Eier pro Person.Mike Wolf
Aufgrund des großen Ansturms muss der Sozialmarkt in Linz gewisse Grundnahrungsmittel rationieren. Zudem werden die Einkaufstage eingeschränkt.

Die Teuerungswelle hat ganz Österreich voll im Griff. Die Preise in den Supermärkten steigen, viele sind auf den Einkauf im Sozialmarkt (SOMA) angewiesen. Da der Ansturm derzeit so groß ist, gibt es nun erste Konsequenzen. So dürfen etwa Kunden im SOMA in Linz-Urfahr nur mehr eine Packung Eier pro Person mitnehmen. Zudem dürfen Kunden nicht mehr wie früher jeden Tag, sondern nur mehr drei Mal pro Woche einkaufen, berichtet "NeueZeit.at". 

Im März sei es mit dem Ansturm so richtig losgegangen, erklärt SOMA-Standortleiter Alexander Lindenbauer der "NeuenZeit". Neben Flüchtlingen aus der Ukraine kaufen auch immer mehr Mütter mit Kindern und Pensionisten ein: "Die Menge der Waren, die wir abholen, bleibt gleich. Aber die Nachfrage ist gestiegen", erklärt Lindenbauer.

Lager mit Notreserven leert sich

Auch im SOMA "der Korb" in Vöcklabruck ist die Zahl der Kunden um fast zwei Drittel gestiegen, die Lebensmittel gehen langsam aus. Zwar sei die Lage noch im Griff, aber das Lager mit den Notreserven "leert sich", berichtet Bereichsleiterin Gabriele Brandstetter. Das Personal sei am Limit und "kämpft sich von einer Überstunde zur nächsten", so Brandstetter.

Auch im Sozialmarkt in der Wienerstraße in Linz gebe es einen "enormen Kundenzuwachs", meint Leiter Manfred Kiesenhofer zur "NeuenZeit". Die Hemmschwelle, einen Sozialmarkt zu besuchen, sei immer groß gewesen. Aber viele Menschen, die knapp an der Grenze waren, die sich bisher nicht getraut hätten, "die kommen jetzt". Der Ansturm sorgt zudem auch für lange Wartezeiten: Vor dem Sozialmarkt in Freistadt müssen Kunden mittlerweile bis zu zwei Stunden ausharren. 

Einkauf nur mit Berechtigungskarte

Die angebotene Ware stammt aus Überproduktionen, weist leichte Verpackungsschäden auf oder läuft demnächst ab und wird von Unternehmen oder dem Handel kostenlos zur Verfügung gestellt. In den Sozialmärkten werden die Lebensmittel dann zu symbolischen Preisen an Kunden weitergegeben. Einkaufen darf nur, wer eine Berechtigungs-Karte besitzt. Dafür gelten meist die Einkommensgrenzen von 1.200 Euro für Single-Haushalte und 1.700 Euro für Paar-Haushalte, pro Kind erhöht sich die Grenze um weitere 300 Euro.

Seitens der Landesregierung gibt es keinerlei Unterstützung für die Sozialmärkte. Diese wünschen sich eine bessere finanzielle Ausstattung, mehr Personal und mehr Lebensmittel-Spenden. 

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