Österreich

Erster Toter nach Muren in Tirol und Kärnten

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:11

Die ausgiebigen Regenfälle haben im Tiroler Bezirk Innsbruck-Land zu ersten Zwischenfällen und Behinderungen geführt. Auch in Kärnten, wo es bereits regnet, stehen schwere Stunden bevor - ein erneutes Jahrhunderthochwasser droht.

. Die Einsatzkräfte stehen im Dauereinsatz. In beiden Bundesländern herrschte Unwetterwarnung. In Osttirol ist ein Mann nach einem Erdrutsch gestorben.

Die ausgiebigen Regenfälle haben am Wochenende vor allem im Tiroler Bezirk Innsbruck-Land zu Behinderungen geführt. Bei einem Erdrutsch bei Strassen in Osttirol ist ein Mann tödlich verunglückt. "Es handelt sich um einen Feuerwehrkameraden", sagte ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Strassen. Der 43-Jährige sei außerhalb eines Einsatzes mit seinem Traktor unterwegs gewesen. Für ihn kam jede Hilfe zu spät.

Der Mann dürfte einen Almweg einer Agrargemeinschaft zwischen Abfaltersbach und Strassen begutachtet haben. Zuerst war lediglich der Traktor des Osttirolers gefunden worden. Kurze Zeit später stießen die Einsatzkräfte auch auf den leblosen Körper. Die Grabungen nach dem Mann wurden von einem Bagger unterstützt.

Regenchaos in Kärnten

Auch in Kärnten regnete es stark, vor allem im Süden. Für Hermagor, Klagenfurt (Land), Spittal an der Drau, Villach Land und Völkermarkt hat die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) die höchste Gefahrenstufe ausgerufen.

In Kötschach-Mauthen (Bezirk Hermagor) im Oberen Gailtal fielen bis zum späten Sonntagnachmittag über 100 Liter pro Quadratmeter. Bei der Landesalarm- und Warnzentrale waren bereits erste Meldungen von Überschwemmungen und Murenabgängen in den Oberkärntner Bezirken Spittal und Hermagor eingegangen. Im Rosental stürzten aufgrund starken Windes und aufgeweichter Böden Bäume um. Es kam zu Verkehrsbehinderungen.

Der Hydrografische Dienst des Landes Kärnten hat am Sonntagabend seine Hochwasser-Warnungen nach unten revidiert. Demnach war im Bereich der Drau nicht mehr mit einem bis zu 30-jährlichen, sondern maximal bis zu einem zehnjährlichen Hochwasser zu rechnen. In den Oberkärntner Bezirken Hermagor und Spittal gab es einige Feuerwehreinsätze bei kleineren Hangrutschungen und Überschwemmungen - am stärksten war das Gailtal betroffen.

Obernbergstraße gesperrt, Bahnstrecke unterbrochen

Die Obernbergstraße in Tirol (L231) war schon Sonntagvormittag gesperrt worden. Ein Bach war dort über die Ufer getreten. Immer wieder rutschte weiteres Erdmaterial nach, schilderte ein Beamter. Kurzzeitig wurde in diesem Bereich auch ein Haus evakuiert.

Die B 100, die Drautal Straße in Osttirol ist durch Schlamm, Geröll und Bäume blockiert und wegen Überflutung teilweise gesperrt worden. Weiters meldete die dortige Leitstelle Behinderungen auf der Defereggentalstraße (L025) bei Hopfgarten. Auch die Felbertauern Straße (B108) kann zwischen Huben und Matrei nicht befahren werden. Die Bahnstrecke durch das Pustertal ist zwischen Lienz und Franzensfeste gesperrt.

Am späten Nachmittag waren in Osttirol rund 20 Feuerwehren mit über 400 Mann bei unterschiedlichen Einsätzen beschäftigt. "Die Leute arbeiten mit Hand und Fuß", schilderte Herbert Oberhauser, Bezirksfeuerwehrkommandant von Lienz.

Erdrutsch im Wipptal

Im südlich von Innsbruck gelegenen Ellbögen im Wipptal war es ebenfalls zu einem Erdrutsch gekommen, weshalb auf der L38 (Ellbögener Straße) für kurze Zeit nur ein Fahrstreifen passierbar war. Die Leitstelle Tirol berichtete über derartige Zwischenfälle auch in Vals im Valsertal und im Bereich Steinach am Brenner.

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