Niederösterreich

Erstes Amateurteam protestiert offen gegen Spielverbot

Der Unmut gegen die Corona-Maßnahmen wächst. In Deutsch-Wagram (Bezirk Gänserndorf) protestieren jetzt die Fußballer gegen das Matchverbot.
29.05.2020, 13:38

"Wir wollen wieder Fußball spielen. Unser Sportplatz ist so virenfrei wie das Theater", dieser Schriftzug ist derzeit groß neben der B8 in Deutsch-Wagram zu lesen. Aufgehängt haben ihn die Fußballer des ATSV Sparta. Sie wollen damit ein Zeichen für ihren Sport setzen.

Obmann Werner Matzinger erklärt das Transparent gegenüber "Heute": "Es ist einfach völlig unverständlich, dass ab dem 1. Juli wieder die Bordelle öffnen dürfen, aber wir noch überhaupt keine Info haben, wann wir wieder ein richtiges Match spielen dürfen. Wir haben uns überlegt, was wir machen können und uns im Vorstand für das Transparent entschieden."

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Regeln eingehalten

Der Verein aus der 1. Klasse/Nord hält sich so gut es geht an alle Regeln. "Wir haben mit der Kampfmannschaft am Montag vergangene Woche zu trainieren begonnen, haben jetzt bis auf weiteres zwei Mal wöchentlich Training. Es wird halt viel geschossen, Zweikämpfe und Match gibt es natürlich nicht", sagt Matzinger. Mit dem Transparent will man nun dazu beitragen, dass bald auch wieder richtiges Fußballmatch möglich ist.

Dabei schwingt auch eine Spur Zynismus mit. "Scheinbar ist es aktuell ja so, dass die, die am lautesten schreien, schneller von der Politik bekommen, was sie wollen. Also fangen wir jetzt auch einmal zu schreien an", erklärt der Vereinsobmann und ergänzt: "Ich glaube nicht, dass auf einem offenen Sportplatz die Ansteckungsgefahr größer ist, als in einem geschlossenen Raum wie dem Theater oder einem Fitnessstudio."