Erstes Spital verhängt jetzt ein Facebook-Verbot

Weil Patienten immer wieder im Krankenhaus filmten und fotografierten, verhängte jetzt das Spital der Barmherzigen Brüder in Linz ein Cam-Verbot.

Mittlerweile ist das Smartphone überall dabei. Und auch fotografiert und gefilmt wird in allen Lebenslagen.

Sogar in Krankenhäusern. Kein Scherz! Es ist mittlerweile gang und gäbe, dass sich Patienten selbst filmen und fotografieren, während Ärzte an ihnen Eingriffe vornehmen. Auch auf Intensivstationen werde fotografiert und gefilmt, weiß etwa der stv. ärztliche Leiter des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Linz, Dr. Christof Bocksrucker.

Weil die Fotos aber nicht nur die Patienten selbst zeigten und meist auch in sozialen Netzwerken landeten, reagierte nun das Spital. Weil es nicht sein kann, dass Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Etwa, indem man andere Patienten, Ärzte, Pfleger oder Krankenschwestern filmt und fotografiert – und die Fotos dann auf Facebook veröffentlicht. Ohne die Fotografierten zu fragen.

Deshalb verhängte das Spital der Barmherzigen Brüder nun ein Verbot. Überall hängen Hinweisschilder. "Bitte keine Fotos!" steht drauf. Und dann wird erklärt: "Respekt und der respektvolle Umgang miteinander sind uns besonders wichtig. Dies erwarten sich auch andere PatientInnen, BesucherInnen und unserer MitarbeiterInnen von Ihnen. Unterlassen Sie daher bitte in unserem Krankenhaus das Fotografieren von Personen ohne deren Einverständnis und posten Sie Bilder nicht ohne Einwilligung der Abgebildeten im Internet, sozialen Medien etc."

Das Spital der Barmherzigen Brüder verhängte das Verbot. (Foto: Mike Wolf)

Man habe sich dazu entschlossen, weil "Patienten ihre eigenen Infusionen filmten und versuchten, das dann irgendwie zu posten. Zugleich bemerken wir auch, dass Patienten oder Angehörige zu Dokumentationszwecken filmen und unsere Wartebereiche oder medizinischen Geräte und deren Einstellungen filmen", so Dr. Bocksrucker auf orf.at

Gegenüber "Heute" erklärte die Pressesprecherin des Spitals, Manuela Kaar: "Natürlich werfen wir aber keinen Patienten und auch keinen Angehörigen hinaus, der gefilmt oder fotografiert hat."

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