Erstmals betritt ein Kim südkoreanischen Boden

In einem historischen Moment ist Kim Jong-un als erster nordkoreanischer Machthaber über die Demakrationslinie nach Südkorea geschritten.

Als erster nordkoreanischer Führer seit dem Ende des Koreakrieges vor 65 Jahren hat Kim Jong-un die Grenze nach Südkorea überquert. Der Machthaber wurde an der Demarkationslinie am Freitag von Südkoreas Präsident Moon Jae-in zu ihrem ersten Gipfeltreffen empfangen.

Moon begrüsste Kim an der militärischen Demarkationslinie auf dem Roten Teppich. Beide bekamen Blumen überreicht von einem Mädchen und einem Jungen aus Südkorea, die in einem Dorf der entmilitarisierten Zone leben.

Der historische Augenblick an der Grenze.

Die beiden Staatsmänner lächelten und schüttelten einander die Hände. Auf eine entsprechende Geste Kims überschritten beide, sich an den Händen haltend, die Grenze zum Norden. Dort machten sie ein paar gemeinsame Schritte und kehrten dann wieder in den Süden zurück. Nach einer kurzen ersten Unterredung hinter verschlossenen Türen sollten später die offiziellen Beratungen beginnen.

(Video: heute.at)

Kim verspricht "neue Ära"

Die südkoreanische Ehrengarde empfing den Gast aus dem Norden in historischen Uniformen mit traditioneller Musik. Vorgesehen war zudem eine symbolträchtige Zeremonie, in der Moon und Kim im Grenzort Panmunjom gemeinsam einen Baum pflanzen sollten. Nach Abschluss der Gespräche war eine gemeinsame Erklärung geplant.

"Jetzt beginnt eine neue Ära", schrieb Kim in einem Gästebucheintrag: "ein Zeitalter des Friedens". Dazu sagte er: "Wir können eine bedeutende Vereinbarung erreichen, aber wichtig ist, dass sie umgesetzt wird. Wenn nicht, werden wir unser Volk enttäuschen." Der Machthaber erwartet "freimütige Diskussionen" und hofft auf "gute Ergebnisse".

Friedenshoffnungen

Moon äußerte die Hoffnung, dass es noch am Freitag zu einer Vereinbarung kommen werde, die die Friedenshoffnungen der Menschen erfülle. Er begrüsste die "mutige Entscheidung" Kims, zu dem ersten Gipfel in Südkorea zu kommen. Er forderte ihn im Grenzdorf Panmunjom auf, beim Treffen gemeinsam "kühne" Entscheidungen zu treffen.

Es handelt sich um das erste koreanische Gipfeltreffen seit zehn Jahren. Außerdem ist es das erste Mal überhaupt nach dem Ende des Koreakriegs vor 65 Jahren, dass ein nordkoreanischer Machthaber den Süden betritt.

Gespräche um Denuklearisierung

Nach Angaben Südkoreas sollen sich die Gespräche um eine Denuklearisierung und die Sicherung eines dauerhaften Friedens drehen. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA meldete vor dem Treffen, Kim werde alle Themen besprechen, die zur Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen sowie zu Frieden, Wohlstand und der Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel beitragen. Das US-Präsidialamt äußert die Hoffnung, dass die Begegnung Fortschritte in Richtung Frieden und Wohlstand für die gesamte Halbinsel erzielen werde.

Die Wiedervereinigung dürfte Experten zufolge nur ein nachgeordnetes Thema sein. Nordkorea hatte zuletzt angekündigt, seine Atom- und Raketentests einzustellen und damit die Hoffnung auf eine Entspannung auf der Halbinsel genährt. Zudem wird über eine Form eines Friedensvertrags spekuliert, da der Korea-Krieg 1950-53 nur mit einem Waffenstillstand abgeschlossen wurde.

Für Ende Mai oder Anfang Juni ist auch ein Treffen Kims mit US-Präsident Donald Trump im Gespräch. Die USA, der wichtigste Verbündete von Südkorea, wollen insbesondere eine Abkehr Nordkoreas von den Atomwaffen erreichen.

(red)

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