Erstmals seit 2008 – US-Notenbank senkt Leitzins

Die US-Notenbank hat den Leitzins erstmals seit 2008 wieder gesenkt.
Die US-Notenbank hat den Leitzins erstmals seit 2008 wieder gesenkt.Bild: Unsplash - Symbolfoto
Der Leitzins in den USA sinkt erstmals seit der Finanzkrise. Die Notenbank Fed kappte ihn am Mittwoch um einen Viertelpunkt auf die neue Spanne von 2,0 bis 2,25 Prozent.
Der Leitzins in den USA sinkt erstmals seit der Finanzkrise. Die US-Notenbank hat ihn erwartungsgemäß um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Der Zinssatz befindet sich damit in der Spanne von 2,00 bis 2,25 Prozent, wie die Federal Reserve (Fed) am Mittwoch erklärte.

Die Lockerung kommt nicht überraschend. Handelskonflikte und langsameres Wachstum in den USA machen der Zentralbank Sorgen. Fraglich blieb bis zuletzt aber das Ausmaß der Zinssenkung.

Erste Senkung seit Dezember 2008



Zudem werde die Bank die Drosselung ihres Anleihenprogramms im August beenden, zwei Monate früher als geplant. Die Entscheidung der Notenbank dürfte der Börse und der US-Konjunktur neuen Schwung verleihen.

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Es ist die erste Zinssenkung der Fed seit Dezember 2008. Angesichts der Abkühlung der Weltwirtschaft und schwelender Handelskonflikte hatte sich der Schritt abgezeichnet. Im vergangenen Jahr hatte die Fed noch vier Mal die Zinsen angehoben.

Sorgen wegen Handelskonflikten



Die damit von der Notenbank eingeleitete Zinswende markiert eine Zäsur der Geldpolitik: Im Zuge der verheerenden globalen Finanzkrise 2008/2009 hatte die Notenbank die Zinsen aggressiv gesenkt, um die Wirtschaft zu stabilisieren. 2015 begann sie, den Leitzins wieder sukzessive zu erhöhen.

Zuletzt sorgte sich die Notenbank jedoch wegen der von US-Präsident Donald Trump vorangetriebenen Handelskonflikte und weltweit schlechteren Konjunkturaussichten um die US-Wirtschaft. Analysten zufolge wollte die Fed mit ihrem Schritt eine drohende Abschwächung der seit nunmehr zehn Jahren wachsenden US-Wirtschaft auffangen.

Trump entgegen gekommen



Mit der Zinssenkung kam die unabhängige Notenbank auch ihrem prominentesten Kritiker – Präsident Trump – entgegen. Er äußerst seit Monaten öffentlich harsche Kritik am Kurs der Notenbank und fordert niedrigere Zinsen.

Er hatte die Fed etwa als "völlig ahnungslos" oder auch als "hartnäckigstes Problem" der US-Wirtschaft bezeichnet. Noch am Dienstag hatte er die Notenbank angesichts der erwarteten leichten Senkung des Leitzinses zu einem größeren Einschnitt aufgefordert.

Die US-Arbeitslosenquote lag im Juni bei nur 3,7 Prozent. Das Wachstum der Wirtschaft ist noch robust, verlangsamt sich aber. Die Inflation indes liegt unter dem Ziel der Notenbank von zwei Prozent. Einige Analysten hatten daher argumentiert, es brauche eine größere Zinssenkung um 0,5 Prozent, um Inflation und Wirtschaft anzuheizen.



(vro/sda/20 Minuten)

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