Klage gegen Schilling

"Es artet aus" – Richterin rügt Bohrn Mena vor Gericht

Am Freitag ging es am Bezirksgericht Innere Stadt erstmals um die Bohrn-Mena-Klage gegen Lena Schilling. Dabei kam es auch zu emotionalen Szenen.

Newsdesk Heute
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    Das Ehepaar Bohrn-Mena beim Prozessauftakt gegen Lena Schilling.
    Das Ehepaar Bohrn-Mena beim Prozessauftakt gegen Lena Schilling.
    Sabine Hertel

    Die Schilling-Affäre wird nun ein Fall fürs Gericht. Am Freitag fand am Bezirksgericht Wien die erste Tagsatzung in der Widerrufsklage des Ehepaars Veronika und Sebastian Bohrn Mena gegen die Politikerin statt. "Heute" war live vor Ort.

    Darum geht's

    Mit dem "Fall" Bohrn Mena kochte die Schilling-Affäre im Wahlkampf hoch. Es ging beziehungsweise geht um das lockere Verhältnis der 23-Jährigen zur Wahrheit, sie soll häufig Gerüchte über andere verbreitet haben, die diese teils in massive Schwierigkeiten brachten. Mit dem Öko-Aktivistenpaar Bohrn Mena war Schilling einst befreundet. Gegenüber anderen soll sie dann verbreitet haben, Sebastian Bohrn Mena sei gegenüber seiner Frau gewalttätig geworden – wodurch diese eine Fehlgeburt erlitten habe.

    Richterin rügt emotionale Bohrn Menas

    Vorab gab das Ehepaar Bohrn Mena ein kurzes Statement an die anwesenden Medienvertreter. "Lena Schilling muss ihre Behauptung nur widerrufen", forderten sie. Es sei außerdem "unfair", dass Schillings Anwältin Maria Windhager vorab alles öffentlich gemacht habe.

    Im Gerichtssaal angekommen, zeigten sich Veronika und Sebastian emotional. Die Richterin schlug vor, über eine gütliche Einigung zu sprechen. "Die Sache artet ja immer mehr aus", ergänzte sie in Richtung Bohrn Menas.

    "Bringt nicht viel"

    Der Anwalt der Bohrn Menas wiederholte, dass das Ehepaar die Vorwürfe aus dem Raum schaffen wolle. Daraufhin brachte die Richterin ein "gerichtsinternes Einigungsverfahren" ins Spiel, dies sei ein "sehr, sehr erfolgreiches Pilotprojekt". Die Parteien könnten ein solches Verfahren parallel laufen lassen, auf diese Weise seien schon Streitigkeiten beigelegt worden, die seit 12 Jahren laufen, lobt die Richterin.

    Doch die Bohrn Menas zeigten sich anfangs skeptisch: "Ich habe gehört, das bringt nicht viel", beklagte Sebastian. Man wolle stattdessen einen Vergleich erzielen: "Wir wollen den Prozess nicht. Wir wollten eigentlich gar nicht kommen", sagte Veronika, die den Tränen nahe war.

    Einigung auf nächsten Termin

    "Wir schlagen vor, dass Lena Schilling ihre Behauptungen, die sie gegenüber anderen Personen getätigt hat, widerruft und uns die Anwaltskosten ersetzt. Dann verzichten wir auch auf den öffentlichen Widerruf", so die Idee des Ehepaars.

    Allerdings plädierte die Schilling-Anwältin (die Politikerin selbst war nicht vor Ort) für das Einigungsverfahren. Man werde darüber nachdenken, so die Parteien. Der nächste Termin im "normalen" Verfahren ist der 24. Oktober von 13 bis 16 Uhr. Aufgrund des großen Interesses hat die Richterin extra um einen größeren Saal angefragt.

    "Für uns nicht zufriedenstellend"

    "Für uns ist das nicht zufriedenstellend, wir hätten gerne den Vergleich gehabt. Jetzt wird uns das alles noch mehr Geld kosten, obwohl wir auf den öffentlichen Widerruf verzichtet haben", beklagte Veronika Bohrn Mena im Anschluss.

    "Wir haben x-fach das Gespräch gesucht. Aber wenn jetzt jemand von den Grünen anruft, sind wir bereit. Wir werden uns bemühen, das gütlich aus der Welt zu schaffen", sagte Sebastian. "Es muss klargestellt werden, dass an den Behauptungen von Schilling nichts dran ist".

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      Picturedesk; "Heute"-Collage

      Auf den Punkt gebracht

      • Am Bezirksgericht Innere Stadt in Wien fand die erste Tagsatzung in der Widerrufsklage des Ehepaars Bohrn Mena gegen Lena Schilling statt
      • Die Richterin schlug eine gütliche Einigung vor, was von den Bohrn Menas zunächst skeptisch betrachtet wurde
      • Sie forderten einen Vergleich und äußerten Unzufriedenheit über die Kosten des Verfahrens
      • Der nächste Termin ist für den 24.Oktober angesetzt
      red
      Akt.