Der Unternehmen Jeroen Schothrst zerrte De Vries, der in der kommenden Saison bei Alpha Tauri unter Vertrag steht, erstmals in der "Königsklasse" Stammfahrer ist, vor Gericht. Konkret geht es um ein Darlehen aus dem Jahr 2018. Damals musste De Vries eine halbe Million Euro aufbringen, um für Prema in der Formel 2 fahren zu können.
Die Hälfte dieser Summe kam durch Sponsoren zusammen, für die andere Hälfte nahm sich der Niederländer einen Kredit bei Schothorsts Investmentfirma Investrand auf, mit einem Zinssatz von drei Prozent. Darüber hinaus regelte eine Vereinbarung, dass der heute 27-Jährige die Hälfte aller Formel-1-Gehälter bis zum Ende des Jahres 2022 an seinen ehemaligen Förderer abgeben müsse. Sollte es De Vries bis 2022 nicht in die "Königsklasse" geschafft haben, würde die Vereinbarung auslaufen. Genau in diesem Punkt herrschte aber Uneinigkeit.
Es kam zu einem Gerichtsverfahren, das am Freitag zu Gunsten des Formel-1-Piloten endete, wie niederländische Medien übereinstimmend berichteten. Die Klage des Immobilien-Unternehmers wurde abgewiesen. Streitpunkt dabei war der Einsatz des Niederländers im Großen Preis von Italien 2022, als De Vries bei Williams für Alexander Albon, der zuvor am Blinddarm operiert wurde, einsprang. Der Richter hielt fest, dass der Formel-1-Pilot dieses Rennen zwar bestritt, "aber als Reservefahrer. Er war zu diesem Zeitpunkt nicht als Rennfahrer unter Vertrag. Er sprang lediglich für einen anderen Fahrer ein."
Der Unternehmer brachte schließlich vor, dass De Vries ihn nicht regelmäßig über Zahlungen informiert habe. Auch dies ließ der Richter so nicht stehen, Schothorst habe einer Zahlung von 114.361 Euro bis 2021 zugestimmt und im Jahr 2022 zwei Teilzahlungen von insgesamt 75.000 Euro akzeptiert. Das Einkommen des damaligen Mercedes-Testfahrers betrug also 150.000 Euro.
Darüber hinaus verlangte der Investor auch eine Kopie seines aktuellen Vertrags mit Alpha Tauri, seit Jahresbeginn ist der Niederländer für das Red-Bull-Schwesternteam tätig, nachdem die Vereinbarung mit Ende 2022 aber auslief, habe Schothorst auch darauf keinen Anspruch.
"Nyck ist natürlich nicht überrascht", erklärten die Anwälte des 27-Jährigen, nun kann sich der Alpha-Tauri-Pilot aber auf seine erste volle Formel-1-Saison konzentrieren.