Es geht um Menschen!

Bild: Lisi Niesner / Reuters

Morgen besucht Papst Franziskus die griechische Insel Lesbos. Was will er damit erreichen? Was bewegt ihn dabei? Lesbos ist nicht nur die Insel, die der "lesbischen Liebe" den Namen gegeben hat. Sie ist auch das Symbol des Flüchtlingsdramas unserer Tage.

Morgen besucht Papst Franziskus die griechische Insel Lesbos. Was will er damit erreichen? Was bewegt ihn dabei? Lesbos ist nicht nur die Insel, die der "lesbischen Liebe" den Namen gegeben hat. Sie ist auch das Symbol des Flüchtlingsdramas unserer Tage.

Nahezu 600.000 Menschen haben im letzten Jahr mit Schlauchbooten von der nahen Türkei aus diese Insel und damit Europa erreicht. Für die 86.000 Einwohner von Lesbos eine ungeheure Herausforderung. Die Politik versucht, diesen Ansturm von Flüchtlingen irgendwie einzudämmen und abzuhalten. Das ist verständlich. Das ist notwendig. Aber wo ist die Grenze? Wann wird aus der berechtigten Sorge um das eigene Land Unrecht gegenüber Menschen in Not? In Österreich wird über die Verschärfung des Asylrechts verhandelt. Es soll gesetzlich möglich werden, Notverordnungen zu erlassen, für den "Fall eines Notstandes".

Hier kann ich nur warnen: Wir sind Gott sei Dank weit entfernt von einem "Notstand" in unserem Land. Aber eines stimmt: Wir brauchen sicher eine gute Vorsorge – für die Menschen in Österreich, aber auch für die, die bei uns Schutz suchen, um in Frieden und Sicherheit hier leben zu können. Warum fährt der Papst nach Lesbos? Aus demselben Grund, aus dem er 2013 auf die italienische Flüchtlingsinsel Lampedusa gereist ist. Damals warnte er vor der "Globalisierung der Gleichgültigkeit". Jetzt vor einem "Europa der verhärteten Herzen". Jenseits aller Politik erinnert er daran: Es geht um Menschen!

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