In zwei Monaten wird die WM in Katar angepfiffen. Die Austragung im Emirat wird seit längerer Zeit kritisiert. Üble Menschenrechtsverletzungen bei den Bauarbeiten der WM-Stadien sowie die fehlende Nachhaltigkeit werden am schärfsten bemängelt. Nun spricht sich Hansi Flick, deutscher Bundestrainer, öffentlich und sehr konkret gegen die Vergabe der Weltmeisterschaft nach Katar aus.
Die Frage nach der Richtigkeit des WM-Zuschlags für Katar "hätte schon viel früher beantwortet werden müssen – und zwar mit einem Nein", sagt Flick. So deutlich haben sich noch wenige Teilnehmer der WM positioniert. Erst noch im August hat er gesagt, dass er kein Fan der WM sein werde. Auch damals sprach er die Situation im Wüstenstaat an. "Die Situation, etwa für Homosexuelle, ist inakzeptabel, es gibt Menschenrechtsverletzungen, weil Minderheiten ausgegrenzt werden."
Seit Jahren wird die Austragung im Emirat kritisiert, mehrere Menschenrechtsorganisationen fordern, dass die WM gar nicht erst stattfinden soll. Amnesty International hat nun die Ergebnisse einer internationalen Umfrage publiziert, die Fußballfans befragte, ob die Fifa und die katarische Regierung Entschädigungen zahlen sollen. Das Geld soll den betroffenen Arbeitern und deren Familie zukommen.
Es soll für die Todesfälle und Verletzungen sowie für fehlende Lohnzahlungen entschädigen. Über 70 Prozent der Befragten sprechen sich für solche Zahlungen aus. Aufgrund dieser Resultate forderte die Menschenrechtsorganisation 14 der Hauptsponsoren des Turniers auf, sie zu unterstützen. Und so die FIFA sowie die katarische Regierung zu Zahlungen zu bewegen. Vier Firmen folgten diesem Aufruf und stehen hinter diesen Forderungen.
Coca-Cola, Adidas, McDonald’s und Anheuser Busch (Budweiser) haben ihre Unterstützung zugesichert. Zehn weitere Hauptsponsoren haben auf die Forderungen nicht geantwortet oder keinen Support angeboten. Die Firmen sind Visa, Hyundai-Kia, die Wanda Group, Qatar Energy und Qatar Airways, Hisense, Mengiu, Crypto und Byju’s.