Spitals-Streik in Wien – jetzt geht Hacker auf Ärzte los

Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ): "Wir haben kein Problem im Spital, wir haben ein Problem im gesamten System".
Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ): "Wir haben kein Problem im Spital, wir haben ein Problem im gesamten System".EVA MANHART / APA / picturedesk.com
Wiener Ärzte schlagen Alarm, warnen vor einem "nachhaltigen Qualitätsverlust in der medizinischen Betreuung". Das sagt Gesundheitsstadtrat Peter Hacker.

Gleich in sechs Wiener Ordensspitälern findet am heutigen Mittwoch Warnstreiks statt. Es spießt sich bei den Lohnverhandlungen für die 10.000 Beschäftigten. Doch es liegt nicht nur am fehlenden Geld, dass immer mehr Ärzte jetzt Alarm schlagen. Sie nehmen die Stadtpolitik in die Kritik, welche "nichts gegen die Probleme in Wiener Spitälern" tue.

"Mir fehlt langsam die Geduld"

Das stimme so nicht, entgegnet SPÖ-Gesundheitsstadtrat Peter Hacker im Ö1-"Journal". "Das Problem im Gesundheitswesen kann nicht einer alleine lösen, wir sind in einer riesengroßen Vernetzung zwischen Sozialversicherung, dem Bund, den Ländern, verschiedensten Interessensvertretern wie der Ärztekammer oder der Gewerkschaft. Wir können es nur gemeinsam lösen".

Viel zu lange säße man bereits am Verhandlungstisch, die Ergebnisse seien jedoch überschaubar. "Uns Ländern fehlt langsam die Geduld. Deshalb haben wir den Entschluss gefasst, mit den Finanzausgleichsverhandlungen schon jetzt zu beginnen, weil es nicht nur an Personal fehlt, sondern auch an Geld, um dieses Personal finanzieren zu können"

Ärzte schlagen Alarm

Laut einer aktuellen Umfrage fürchten 8 von 10 Medizinern einen "anhaltenden und nachhaltigen Qualitätsverlust in der medizinischen Betreuung", sowie Engpässe bei der Versorgung der Patienten. Auch die medizinische Ausbildung von Turnusärzten leide laut 82 Prozent der Befragten unter der aktuellen Situation.

"Wir haben kein Problem im Spital, wir haben ein Problem im gesamten System", stellt Hacker klar. Ein System, das in den vergangenen Jahrzehnten dazu geführt hat, dass immer weniger Studierende nach Abschluss ihres Studiums im öffentlichen Gesundheitswesen tätig sein wollen. Die Stadt Wien habe darüber hinaus erst vor kurzem ein 5,4 Milliarden Euro schweres Paket verabschiedet, um Spitäler zu sanieren und "damit auch die Arbeitsbedingungen des medizinischen Personals zu verbessern", so der SPÖ-Stadtrat. 

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