Wien

"Es reicht!": Kindergärtner gehen auf die Straße

Mitarbeiter der Wiener Privatkindergärten protestieren am 29. März in der Innenstadt. Die Einrichtungen bleiben an diesem Tag geschlossen. 
Yvonne Mresch
27.03.2022, 17:20

Aufruf zum großen Streik: Unter dem Motto "Es reicht!" gehen am Dienstag (29.3.) Beschäftigte der elementaren Bildungs- und Betreuungseinrichtungen und Horte auf die Straße. Der Protest geht zwischen 10 und 14 Uhr in der Innenstadt über die Bühne. Die betroffenen Einrichtungen bleiben an diesem Tag zwischen 6 und 15.30 Uhr geschlossen. Es ist nicht die erste Veranstaltung dieser Art: Bereits im Herbst protestierten rund 5.000 Kindergärtner in Wien.

Forderungen: Kleinere Gruppen und einheitliche Ausbildung

Die Forderungen der Elementarpädagogen bleiben trotz erster Verbesserungen aufrecht: Mitunter wolle man kleinere Gruppen, einheitliche Bezahlung in den Bundesländern, eine gesetzlich einheitliche Ausbildung der Assistenten sowie ausreichend Vor- und Nachbereitungszeit. Weiters brauche es ein langfristiges Budget und mehr Zeit für die mittelbare pädagogische Arbeit – etwa in Eltern- oder Teamgesprächen. 

Abschlusskundgebung am Heldenplatz

Start der Versammlung ist um 10 Uhr im Votivpark (City). Zunächst sind Statements der Betriebsräte der beteiligten Einrichtungen sowie Solidaritätsadressen von Mario Ferrari (Geschäftsführer GPA Wien), Kira Höfenstock (vida-Wien Landessekretärin) und AK-Wien Präsidentin Renate Anderl geplant. Um 12 Uhr zieht der Demozug dann bis zum Heldenplatz.

Für 12.15 ist eine Zwischenkundgebung am Wiener Rathaus Platz vorgesehen, bevor die Abschlusskundgebung um 12.50 Uhr am Heldenplatz folgt. Dort sprechen unter anderem GPA-Vorsitzender Barbara Teiber, ÖGB-Vizepräsidentin Korinna Schumann, GPA-Bundesjugendsekretär Christian Hofmann, Daniel Landau (Bildungsaktivist), Gerald Fleischhacker (Kabarettist) und Caroline Athanasiadis (Kabarettistin).

Lockdown als Herausforderung für Kindergärten

Im Zuge der Proteste wollen Elementarpädagogen darauf aufmerksam machen, dass "in Kindergärten und Horten trotz fehlender Ressourcen hochwertige Bildungsarbeit geleistet wird." Gerade in Zeiten der Pandemie und der Lockdowns sei man zusätzlich gefordert gewesen. Der Kindergarten habe Eltern und Kindern Sicherheit und Stabilität gegeben. Der Wunsch der Organisatoren: Kindergärten und Horte als Bildungseinrichtungen anzuerkennen und ihnen mehr Wertschätzung entgegenzubringen.

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