Essl-Sammlung: Republik kauft nicht, Museum bleibt

Die Kunstsammlung des BauMax-Gründers Karl-Heinz Essl bleibt als Museum bestehen und wird nicht von der Republik Österreich gekauft. Dies ist das Ergebnis des "runden Tischs", der am Mittwoch im Bundeskanzleramt in Wien stattfand. Politik, Banken und die Familie besprachen die weitere Vorgehensweise, um der maroden Baumarktkette wieder auf die Beine zu helfen. Essl zog sein Angebot, die Sammlung zu verkaufen, selbst zurück. Durch ein "extrem gutes" erstes Quartal 2014 sei die Liquidität von bauMax besser geworden.

Die bleibt als Museum bestehen und wird nicht von der Republik Österreich gekauft. Dies ist das Ergebnis des "runden Tischs", der am Mittwoch im Bundeskanzleramt in Wien stattfand. Politik, Banken und die Familie besprachen die weitere Vorgehensweise, um der maroden Baumarktkette wieder auf die Beine zu helfen. Essl zog sein Angebot, die Sammlung zu verkaufen, selbst zurück. Durch ein "extrem gutes" erstes Quartal 2014 sei die Liquidität von bauMax besser geworden.

Die Kunstsammlung von Karlheinz Essl (7.000 Kunstwerke) und das dazugehörige Museum des BauMax-Gründers in Klosterneuburg sollen erhalten bleiben. Die Republik wird die Sammlung jedoch nicht ankaufen, teilte Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) als Ergebnis eines Runden Tischs zur Situation der angeschlagenen Baumarktkette mit.

Museum "für die nächsten Jahre gesichert"

Essl gab sich dennoch mit dem Ergebnis zufrieden. Es habe eine große Wertschätzung seitens der Republik gegeben, daher habe er sein Verkaufsangebot schließlich freiwillig zurückgezogen. Durch Filialschließungen und bestehende Vermögenswerte in der Sammlung sei die Finanzierung des Museums jedenfalls "für die nächsten Jahre gesichert".

Das Haus in Klosterneuburg werde "weitergeführt in vollem Umfang wie bisher", sagte Essl. "Die langfristige Absicherung über Generationen hinaus werden wir noch zu diskutieren haben." Vonseiten der Familie Essl sei ja eine gemeinnützige Stiftung vorgesehen gewesen.

Regierung hat "eine Brücke gebaut"

Ostermayer und Sozialminister Rudolf Hundsdorfer (SPÖ) zeigten sich ebenfalls erleichtert. Man habe das Alarmsignal von Essl verstanden, man habe mit dem Runden Tisch "eine Brücke gebaut" und alle relevanten Personen rasch zusammengebracht. Nun soll es weitere "zeitnahe Gespräche" zwischen Firma und Gläubigern geben, es gebe eine konstruktive Ebene zwischen allen Beteiligten. "Es sind alle interessiert an einer positiven Lösung".

Kein Kauf, weil "wir als Staat haben unsere Grenzen"

Ein Ankauf der Sammlung sei für die Republik nicht möglich gewesen, betonte auch Hundsdorfer. "Wir als Staat, wir haben unsere Grenzen." Schon vor dem Runden Tisch traf Ostermayer mit mehreren Museumsdirektoren und dem Galerienverband zusammen, um den Wert der Sammlung einzuschätzen.

"Wir haben nicht über alle Werke im Einzelnen gesprochen", wich Ostermayer einer entsprechenden Nachfrage aus. "Da gibt es zum Teil sehr positive Einschätzungen, zum Teil ergibt sich das aus der subjektiven Sicht des Sammlerehepaars."

Ostermayer holte Banken dazu

Nachdem sich bereits geäußert hatte, sah Ostermayer bei einer allfälligen Rettung der Baumarkt-Kette schon vor der Sitzung vor allem die Banken am Zug. Von diesen müsse ein "wesentlicher Beitrag" kommen, hatte er im ORF-"Report" am Dienstag gesagt.

Rückzug aus der Türkei

Wie am Rande des runden Tischs weiters bekannt wurde, . Der Rückzug aus Osteuropa werde derzeit noch geprüft, die Berechnungen laufen, sagte Karlheinz Essl im Bundeskanzleramt.

Keine Job, aber Standortgarantie für Österreich

Für BauMax in Österreich will Essl "keine Job, aber eine Standortgarantie geben". In Österreich beschäftigt bauMax rund 4.000 Mitarbeiter, in Osteuropa und der Türkei hat die Baumarktkette insgesamt rund 5.000 Mitarbeiter. Hundstorfer sieht die Jobgarantie ebenso vom Tisch. "Es kann niemand von uns eine Jobgarantie geben", meinte Hundstorfer. Auch eine Garantie von den Banken könne "so nicht sein".

Es sei mit den Banken "eine Lösung gefunden worden". Näher wollte Essl die laufenden Gesprächen mit den drei großen BauMax-Gläubigern - Raiffeisen, Bank Austria und Erste Bank - nicht kommentieren. Die Weiterführung von BauMax sei jedenfalls gesichert. Angaben zu den Verlusten im Geschäftsjahr 2013 werde es Ende April geben.

"Mit BauMax geht es aufwärts"

Durch ein "extrem gutes" erstes Quartal 2014 sei die Liquidität besser geworden. "Mit BauMax geht es aufwärts, das Wetter hilft uns", zeigte sich Essl zuversichtlich.

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