EU-Aus für Griechenland immer wahrscheinlicher

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Die obersten Kassenhüter der Euroländer beraten am Mittwoch telefonisch über noch offene Fragen beim nächsten, dringend benötigten Hilfsprogramm für Griechenland. Ursprünglich wollten die Ressortchefs schon bei einem Krisentreffen in Brüssel entscheiden. Diese Zusammenkunft wurde jedoch kurzfristig abgesagt, weil Griechenland nicht alle Vorgaben erfüllt hat. Damit wird ein Euro-Austritt der Griechen wahrscheinlicher.

Die Rettung des Landes vor der drohenden Pleite zieht sich länger hin als zunächst angenommen. Nach Angaben von Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker hat Athen noch nicht alle Bedingungen für die neue Finanzspritze erfüllt. Dazu gehören verbindliche Zusicherungen der Chefs der Koalitionsparteien in Athen. Damit muss Griechenland auf die nächste Tranche des Hilfspakets über mindestens 130 Milliarden Euro warten.

Notenbanken nicht an Schuldenschnitt beteiligt

Der Präsident der deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, hat einer Beteiligung der Notenbanken an einem freiwilligen Schuldenschnitt für Griechenland eine klare Absage erteilt. "Die Notenbanken dürfen das ihnen anvertraute Vermögen nicht verschenken", sagte er dem Handelsblatt. "Der entscheidende Punkt ist, dass es uns nicht erlaubt ist, auf Forderungen gegenüber einem Staat zu verzichten. Das wäre eine Form der monetären Staatsfinanzierung."

Weidmann äußerte Zweifel an der Reformfähigkeit Griechenlands. "Das, was jetzt entschieden wurde, ist ein wichtiger Schritt. Entscheidend ist am Ende aber die Umsetzung der Maßnahmen, und dafür braucht es eine Verwaltung, die die Maßnahmen umsetzt, und eine Bevölkerung, die sie trägt."

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