Mega-Projekt IRIS2

EU baut ein eigenes Starlink mit 348 Satelliten

Europa will unabhängiger werden. Die EU und das Konsortium SpaceRise haben den Vertrag für das milliardenschwere Satellitennetz besiegelt.
Technik Heute
08.08.2026, 12:07
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Die Europäische Union geht bei ihrer eigenen Satelliteninfrastruktur in die nächste Phase. Nach monatelangen Verhandlungen haben die EU-Kommission und das Industriekonsortium SpaceRise die Verträge für das Megaprojekt IRIS2 unterschrieben. Damit stehen nun detaillierte Pläne, Zeitpläne und die Finanzierung fest.

Die Satellitenkonstellation wächst um 66 zusätzliche Einheiten auf insgesamt 348 Satelliten an. 330 davon werden in einer niedrigen Erdumlaufbahn platziert, 18 weitere in einer mittleren. Ab 2029 sollen die ersten Dienste für staatliche Nutzer in Betrieb gehen.

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Mit dem Ausbau reagiert die EU auf die verschärfte Sicherheitslage und will ihre Abhängigkeit von ausländischen Anbietern wie Starlink verringern, heißt es auf heise.de. Die 66 zusätzlichen Satelliten bilden eine eigene Sicherheitsschicht und sollen militärischen Stellen, Geheimdiensten sowie zivilen Rettungsdiensten eine abhörsichere Kommunikation ermöglichen.

Kapazität steigt um 60 Prozent

Durch die neuen Satelliten steigt die geschützte Übertragungskapazität für staatliche Nutzer innerhalb der EU um rund 60 Prozent. Verantwortlich für den Betrieb ist SpaceRise mit den Satellitenbetreibern SES, Eutelsat und Hispasat. Für Bau und Bodeninfrastruktur arbeitet die Gruppe mit Airbus Defence and Space, Thales Alenia Space, OHB und Aerospacelab zusammen.

Milliarden-Investitionen geplant

Das Projekt wird teurer als ursprünglich geplant. Finanziert wird IRIS2 aus dem EU-Haushalt für 2028 bis 2034 sowie durch Beiträge einzelner Mitgliedstaaten. Polen beteiligt sich mit 656 Millionen Euro, Ungarn mit 500 Millionen Euro. Spanien plant Investitionen zwischen 1,6 und 2 Milliarden Euro.

Die geschützten Kommunikationsdienste sollen neben EU-Staaten auch ausgewählten Partnerländern offenstehen. Norwegen und Island sind bereits eingebunden. EU-Raumfahrtkommissar Andrius Kubilius hat zudem Großbritannien sowie der Ukraine eine Beteiligung angeboten.

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