Die KI-Nutzung steigt rasant - und damit auch der Energiehunger der großen Rechenzentren. Allein in den USA entstehen immer neue Anlagen, die lokale Stromnetze belasten und für Widerstand sorgen. Selbst Texas hat kürzlich den Bau neuer Rechenzentren mit mehr als 20 Megawatt gestoppt.
Doch es gibt Hoffnung aus Europa: Im Rahmen des Convolve-Projekts arbeitet ein Team der Technischen Universität Eindhoven an einem revolutionären Chip-Design. Das Ziel: Komplexe KI-Aufgaben sollen direkt auf Laptops oder Smartphones verarbeitet werden können.
Laut t3n erreicht der neue Chip eine Rechenleistung von einem Petaflop - das entspricht einer Billiarde mathematischer Berechnungen pro Sekunde. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 hätte man dafür noch 625.000 iPhone 4S gebraucht.
"Berechnungen, die näher an den Nutzern stattfinden, verbrauchen weniger Energie als die Weiterleitung dieser Anfragen an die Supercomputer-Rechenzentren", erklärt Forscher Manil Dev Gomony von der TU Eindhoven. Zudem würden Chips in Rechenzentren sehr heiß und bräuchten aufwendige Kühlung.
Ein weiterer Vorteil: Die Daten bleiben lokal. Laut einer Bitkom-Umfrage sind es 72 Prozent der Menschen wichtig, dass ihre Daten innerhalb des eigenen Landes verarbeitet werden.
"Wir brauchen eine erschwingliche, umweltfreundliche und gut konzipierte EU-Alternative", betont der Forschungsleiter. Die im Rahmen von Convolve entwickelten Chip-Technologien könnten genau das bieten - und Europa unabhängiger von amerikanischen Tech-Konzernen machen.