Die griechische Regierung will nach der Übernahme des EU-Ratsvorsitzes ein Abschiebezentrum für abgelehnte Asylbewerber in Afrika einrichten. Das Zentrum soll ab dem zweiten Halbjahr 2027 seinen Betrieb aufnehmen.
"Wir sind der Ansicht, dass sich unter dem griechischen Vorsitz der Rahmen eröffnet, damit das Abschiebezentrum seinen Betrieb aufnehmen kann", sagte der griechische Migrationsminister Thanos Plevris dem griechischen Sender ANT1 TV.
Wie n-tv.de berichtet, treibt Griechenland die umstrittenen Pläne gemeinsam mit Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und Österreich voran. Ein afrikanisches Land sei bereits ausgewählt; der Name werde aber noch nicht genannt. Als mögliche Standorte wurden Uganda und Ruanda ins Spiel gebracht.
Laut Plevris soll bald ein Treffen mit den anderen vier EU-Staaten und dem Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration organisiert werden, um den Plan zu besprechen.
Der griechische Minister will beim nächsten EU-Rat für Justiz und Inneres am 1. Oktober auch einen "Mechanismus außergewöhnlicher Maßnahmen" für den Fall eines Massenansturms von Migranten vorstellen – wie er zuletzt in der spanischen Exklave Ceuta zu beobachten war.
Ende Juli waren mehr als 70.000 Menschen aus Marokko zu Fuß oder schwimmend nach Ceuta gelangt. Die meisten kehrten zurück oder wurden zurückgebracht, doch Tausende Migranten halten sich weiterhin in der kleinen Exklave auf.