Stücke aus der Porzellanmanufaktur Augarten werden bei Staatsakten in der Hofburg, im Bundeskanzleramt und in österreichischen Botschaften verwendet. Unsere höchsten Vertreter bringen sie als Geschenke im Rahmen von Staatsbesuchen mit.
Die kunsthistorische Bedeutung dieser Institution ist, ebenso wie die der deutschen Porzellanmanufakturen Meißen und Nymphenburg enorm. In Deutschland gilt die Porzellanmalerei sogar als Kulturerbe. Die teuren Stücke werden per Hand bemalt - und genau das bringt sie ins Schussfeld einer neue EU-Richtlinie.
Grenzwerte für giftige Metalle
Die EU hat nämlich die Grenzwerte für Cadmium und Blei in der sogenannten EU-Keramikrichtlinie neu geregelt und herabgesetzt. Da die hitzebeständigen Farben für die Handmalerei aber genau diese Substanzen enthalten, kämpfen die Manufakturen nun um eine Ausnahmeregelung.
Wie der deutsche "Spiegel" berichtet, könnte diese Richtlinie das Ende der Meißner Porzellanmalerei bedeuten. Auch die österreichische Porzellanmanufaktur Augarten könnte betroffen sein.
Warnhinweis?
Laut EU-Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans basieren die neuen Grenzwerte, die bei Blei auf ein Vierhundertstel des ursprünglichen Wertes geschrumpft sind, auf wissenschaftlichen Ergebnissen.
Deutschland setzt sich für eine Ausnahmeklausel ein. Da die Teller aber theoretisch Giftstoffe abgeben (wenn das Essen viel Säure enthält), ist auch ein Warnhinweis auf dem Geschirr denkbar. (red)