Neuwagen könnten bald erheblich teurer werden

Ab 2022 müssen Neuwagen mit zahlreichen Assistenzsystemen, darunter auch ein Fahrtenschreiber, ausgerüstet werden. Darauf haben sich die EU-Staaten jetzt geeinigt.

2017 starben innerhalb der Europäischen Union rund 25.300 Menschen bei Verkehrsunfällen. Zum Vergleich: In Österreich gibt es nur 17 Städte die mehr Einwohner haben. Um tödliche Crashs in Zukunft zu vermeiden, sollen ab 2022 sämtliche Neuwägen mit zahlreichen Sicherheitssystemen ausgestattet werden. Darauf haben sich die Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten nun verständigt.

Insgesamt sollen 30 verschiedene Systeme, darunter automatisierte Notbremsung, Warnung vor der Ablenkung des Fahrers, Spurhalteassistenten und ein Rückfahrwarnsystem bald zur verpflichtenden Serienausstattung gehören. Diese müssen ab 2022 in allen neu konstruierten Fahrzeugmodelle verbaut werden, spätestens ab 2024 sollen auch bereits existierende Modelle damit vom Band laufen, wie das EU-Parlament mitteilt.

Fahrtenschreiber für alle

Ebenfalls soll der Einbau von Alkoholvortestgeräten, die mittels Atemluft funktionieren, erleichtert werden. Dabei geht es aber entgegen anders lautenden Medienberichten nicht um Wegfahrsperren, die nur im nüchternen Zustand gelöst werden können.

Auf Bestrebung des EU-Parlaments müssen alle Fahrzeuge nun auch mit einem Fahrtenschreiber ausgestattet werden, welche Fahrtdaten der letzten Sekunden vor einem Crash speichern sollen. Diese sollen bei der Ermittlung der Unfallursache helfen, um künftig gezielte Maßnahmen zur Prävention setzen zu können.

"direct vision" für Lkw-Fahrer

Großfahrzeuge wie Lkws und Busse sollen ab November 2025 unter dem Aspekt "direct vision" so entworfen werden, dass andere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer für den Fahrer besser sichtbar sind. Zudem muss ein Kollisionswarnsystem und ein Warnsystem für Personen im Toten Winkel eingebaut werden.

Diese vorläufige Vereinbarung muss nun die Zustimmung der Vertreter der Mitgliedsstaaten erlangen und am 2. April durch den Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz gehen. Erst danach wird sie dem versammelten Parlament und Rat der Europäischen Union vorgelegt.

Sicherheit kostet Geld

Diese zusätzlichen Sicherheitssysteme könnten für die Endverbraucher ins Geld gehen. Denn nicht nur dürften die Neuwagenpreise dementsprechend ansteigen, sondern auch die Reparatur eines Schadens dürfte ein noch größeres Loch in die Geldbörse reißen, als ohnehin schon. Denn wie "Golem.de" berichtet, haben Untersuchungen der American Automobile Association (AAA) einen signifikanten Anstieg der Reparaturkosten gezeigt.

Durch die verbaute Sicherheitstechnik fallen "nach einer Kollision aufgrund teurer Sensoren und deren notwendige Kalibrierung doppelt soviel Geld für die Reparatur an", heißt es in der Studie. Ein Beispiel: Bei einem Fahrzeug mit Sicherheitssystemen, die auf eine Kamera hinter der Scheibe angewiesen sind, können in den USA schon mal bis zu 1.500 Dollar anfallen – drei Mal soviel, wie bei einer normalen Scheibe.

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(rcp)

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