Kein Halten mehr scheint es für die Europäische Union (EU) im Kampf gegen den Krieg in der Ukraine zu geben: Denn die Union plant wohl die beiden Töchter des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Sanktionen zu belegen. Dabei handle es sich um eine Reaktion auf die Tötung ukrainischer Zivilisten sowie weiterer russischer Kriegsverbrechen. Das berichtet das Finanzportal Bloomberg unter Berufung auf Quellen, die mit der Entscheidung vertraut sein sollen.
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Nur wenig ist bisher bekannt über die beiden Töchter des russischen Präsidenten. Der Kreml-Machthaber hielt die beiden stets aus der Öffentlichkeit fern. Als gesichert gilt jedoch, dass die Putin-Töchter Maria und Jekaterina heißen, laut eigenen Angaben des Präsidenten mehrere Sprachen sprechen, sowie in Russland, jedoch abgeschottet von der Öffentlichkeit und unter anderem Namen, leben.
Konkrete Details zu den möglichen Sanktionen gegen die beiden Putin-Töchter blieben in dem Bloomberg-Bericht offen. Die neuen Maßnahmen müssten erst genehmigt werden, hieß es weiter.
Erst kürzlich äußerte sich KommissionspräsidentIn Ursula von der Leyen zu weiteren Sanktionen und kündigte eine Verschärfung der Gangart an. "Diese Sanktionen werden nicht unsere letzten Sanktionen sein." Sie fügte hinzu: "Jetzt müssen wir uns Öl anschauen und die Einnahmen, die Russland aus fossilen Brennstoffen bezieht", betonte die Kommissionschefin.
Schon am heutigen Mittwoch wollen dagegen die USA ein neues Sanktionspaket gegen Russland verkünden und dabei auch "jegliche neue Investition" in dem Land verbieten. Geplant sind zudem verschärfte Sanktionen gegen Finanzinstitutionen und staatliche Unternehmen in Russland sowie neue Strafmaßnahmen gegen russische Regierungsvertreter und deren Familien, wie am Dienstag aus informierten Kreisen verlautete. Die Sanktionen werden demnach in Abstimmung mit der EU und den anderen G7-Staaten verhängt.
Das neue Sanktionspaket werde Russland "bedeutende Kosten" auferlegen und das Land weiter "wirtschaftlich, finanziell und technologisch" isolieren, hieß es weiter. Die neuen Sanktionen sind eine Reaktion auf die mutmaßlich russischen Gräueltaten gegen Zivilisten im Kiewer Vorort Butscha.
"Wir sind bereits zu dem Schluss gekommen, dass Russland in der Ukraine Kriegsverbrechen begangen hat und die Informationen aus Butscha scheinen neue Hinweise auf Kriegsverbrechen zu zeigen", hieß es am Dienstag in den informierten Kreisen. Neue Sanktionen seien ein Weg, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.