Eurofighter zahlte an Rapid 4 Millionen Euro

Ein Verteidigungsminister (Norbert Darabos), der gleichzeitig Rapid-Kurator ist: Das zahlte sich für den Fußballverein aus

Kommenden Dienstag soll festgelegt werden, wann der U-Ausschuss zum Eurofighter-Skandal startet und wann er tagen will. Fix ist, dass es noch im Mai losgehen soll. Zwei Sitzungen, wohl Mittwoch und Donnerstag, wird es pro Woche geben. Zwei bis drei Zeugen werden pro Ausschusstag geladen.

Zu bereden gibt es viel, auch darüber: EADS Deutschland, die Eurofighter-Muttergesellschaft, soll zwischen 2003 und 2007 insgesamt 4,05 Millionen Euro an Rapid gezahlt haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner neuen Ausgabe. Dass der Konzern den Fußballverein sponserte, war schon bisher bekannt. Allerdings ging man von einer Million Euro aus.

Schlüsselfigur Darabos

Die Enthüllungen sind insoferne brisant, weil sie einen Mann in den Mittelpunkt stellen, der im neuen U-Ausschuss eine zentrale Rolle spielen wird: Norbert Darabos. Der damalige Verteidigungsminister handelte auf eigene Faust den Kompromiss mit EADS aus. Der Konzern lieferte weniger Flieger an Österreich, die Republik verzichtete im Gegenzug auf die modernste Version der Fluggeräte.

Nun stellt sich immer mehr heraus: Das war kein gutes Geschäft. Zumindest nicht für die Steuerzahler. Für Rapid schon. Dort saß zu diesem Zeitpunkt Norbert Darabos im Kuratorium. Viele Fragen, die sich auftun.

"Geschäftsgeheimnis"

Auch diese Fragen sind nicht neu. Etwa, wofür das Geld gezahlt wurde? Im ersten U-Ausschuss wurde Rapid-Präsident Rudolf Edlinger danach gefragt. Der frühere SP-Finanzminister berief sich aber auf das Geschäftsgeheimnis und schwieg.

Laut "profil" ergeben sich die 4,05 Mio. Euro aus Verträgen und Rechnungen. Demnach wurde bei drei Rechnungen über 450.000 Euro als Rechnungszweck "Consulting und PR-Aktivitäten" angegeben. Laut Edlinger erhielt EADS dafür Zugang zum VIP-Club und den Sponsoren des Vereins. (red)

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