So können Sie helfen, Pädophile zu enttarnen

Europol hat am Freitag Bilder von Objekten und Hintergründen aus kinderpornografischem Material online gestellt. Weltweit können Menschen so helfen, Pädophile zu demaskieren.

Der Fall schockiert: Über Jahre konnten drei Pädokriminelle auf einem Campingplatz in Deutschland völlig unbehelligt über 1000-mal zuschlagen – von mindestens 23 betroffenen Kindern ist die Rede, noch sind nicht alle Opfer bekannt. Während die Polizei in Nordrhein-Westfalen weiter ermittelt, versuchen Fahnder auf der ganzen Welt, andere Täter solcher Missbräuche aufzuspüren.

Um den Kriminellen auf die Schliche zu kommen, wenden sich Ermittler auch immer wieder an die weltweite Bevölkerung. Europol – die Polizeibehörde der EU – stellt deshalb Fotos von Objekten und Hintergründen aus kinderpornografischem Bild- und Videomaterial ins Internet.

Gezeigt wird etwa das Muster eines Mädchenpyjamas, der Rucksack eines Schulkindes oder ein herumliegender Plastiksack mit noch nicht entschlüsselter Aufschrift. "Die unschuldigsten Hinweise können manchmal helfen, einen Fall zu lösen", sagt Claire Georges von Europol zu "20 Minuten". Man hoffe, dass Betrachter so Hinweise zur Herkunft der abgebildeten Objekte liefern könnten.

19 neue Fotos aus Kinderpornos online

Am Freitagmorgen hat Europol 19 neue Objekte aus explizitem Material auf der Seite publiziert. Zu einem Bildausschnitt, der einen Platz an einem See in nordischer Umgebung zeigt, fragen die Fahnder: "Erkennen Sie diesen Ort?" Auch will man von Internetnutzern wissen, woher eine Lampe, die im Hintergrund eines Videos entdeckt wurde, stammt.

"Sobald der Ursprung eines Objekts identifiziert ist, informieren wir die zuständige Strafverfolgungsbehörde des betroffenen Landes, damit diese der Spur weiter nachgehen und so die Identifizierung des Täters und des Opfers beschleunigen kann", heißt es bei Europol.

Täter konnte dank der Seite überführt werden

Seit das europäische Polizeiamt die Seite 2017 lanciert hat, sind 22.504 E-Mails mit Hinweisen eingegangen. Und tatsächlich: 57 der insgesamt 283 publizierten Objekte konnten dank Meldungen aus der ganzen Welt identifiziert werden.

Diese Erkenntnisse halfen den Ermittlern schließlich auch zum Durchbruch: Sie fanden acht Kinder, die Opfer einen Missbrauchs geworden waren, und verhafteten einen pädokriminellen Täter. Man will derzeit – um die Ermittlungsarbeiten nicht zu gefährden – keine genaueren Details bekannt geben.

Die Untersuchungen laufen nach wie vor: "In diesem speziellen Bereich der Kriminalität dauern die Ermittlungen lange, da es nicht nur darum geht, einen Täter festzunehmen, sondern das gesamte Netzwerk zu Fall zu bringen", sagt Claire Georges. Man sei über jeden Hinweis dankbar, denn: "Je mehr Menschen die Bilder sehen, desto höher sind die Chancen, Kinder auf ganzer Linie zu schützen."

HIER geht es direkt zur Europol-Seite. (miw)

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