Niederösterreich

Eventmanager entehrte Mutter - Prügel und teure Uhr weg

Raub-Prozess am Landesgericht Neustadt: Ein Eventmanager soll die Mutter der Angeklagten beleidigt haben, neun Männer stellten die Ehre wieder her.
17.02.2022, 16:41

Es ist eine abenteuerliche Geschichte rund um einen Eventmanager, eine teure Uhr (Patek Philippe) und eine wiederhergestellte Familienehre - neun Männer mussten am Donnerstag wegen Raubes in Wiener Neustadt auf die Anklagebank.

Prügel und Luxusuhr weg

Laut Staatsanwaltschat sollen die Verdächtigen aus Nordmazedonien und Österreich einen Eventmanager besucht, ihn zu Boden gestreckt und getreten haben (es gilt die Unschuldsvermutung). Weiters sollen sie dem Eventmanager, der immer wieder Feiern im albanischen Kulturkreis veranstaltet, eine Patek-Philippe-Uhr im Wert von rund 25.000 Euro sowie die Halskette und Bargeld (2.000 bis 3.000 Euro) abgenommen haben. 

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Das Opfer erlitt eine Schädelprellung und eine Lendenwirbelprellung.

Der Anwalt des Erstangeklagten, Rudolf Mayer, sprach von einer Abreibung und nicht von Raub. Denn: Einer der Angeklagten hatte mit Manager Streit gehabt und der Angeklagte blieb in der Folge von Events ausgeschlossen. Eine Aussprache soll gescheitert sein, schließlich wurde noch die Mutter eines Angeklagten beleidigt. 

Urteil im März

Dass das Opfer Prügel bezogen hatte, bestritten die Angeklagten bei der Schöffenverhandlung nicht, den Raub und somit die Wegnahme der Wertgegenstände indes schon: Denn wenn man sich die Wertsachen genommen hätte, hätte man sich bereichert und die Familienehre nicht wieder hergestellt. Das Opfer konnte sich nicht mehr erinnern, wer ihm die Sachen weggenommen habe.

Der Prozess wird im März fortgesetzt - der Schöffensenat muss dann entscheiden, ob es Raub oder "nur" Körperverletzung war. Die Unschuldsvermutung gilt.