Spieletests

"Everybody 1-2-Switch!" im Test – Party-Spaß für alle

Fast aus dem Nichts ist der Nachfolger von "1-2-Switch" erschienen. "Everybody 1-2-Switch!" zeigt sich kreativer und gleichzeitig weit zugänglicher.

Rene Findenig
"Everybody 1-2-Switch!" im Test – Party-Spaß für alle, jetzt auch mit einem Moderator, der durch die Mini-Spiele führt.
"Everybody 1-2-Switch!" im Test – Party-Spaß für alle, jetzt auch mit einem Moderator, der durch die Mini-Spiele führt.
Nintendo

Das hat selbst viele Videospiel-Profis überrascht – Nintendo bog kürzlich mit der Veröffentlichung des neuen "Everybody 1-2-Switch!" für die Nintendo Switch um die Ecke, ohne dafür groß Werbung zu machen oder es Monate im Vorhinein anzukündigen. Was meist ein schlechtes Zeichen für die Qualität eines Games ist, ist hier aber die Ausnahme von der Regel. Hatte der Vorgänger "1-2-Switch" einige noch recht rudimentäre Mini-Spiele im Sortiment, geht es nun deutlich kreativer zu. Weil aber gleichzeitig auf eine simple Umsetzung Wert gelegt wurde, sodass das neue Game ein Spaß auch für Kinder ist.

Großes Kaufargument ist aber auch, dass es sich um kein Vollpreis-Spiel handelt – um rund 30 Euro ist es bei Nintendo zu haben. Weiter gibt es allerdings keine Handlung in "Everybody 1-2-Switch!", es handelt sich wieder um eine lose Sammlung an verschiedenen Mini-Spielen ohne Story-Rahmen. Immerhin aber ist für etwas Abwechslung durch den neuen Moderator der Mini-Spiele, das Pferd Horace, gesorgt. Er startet die Spielerunden nicht nur mit flotten Sprüchen und Witzen, sondern erklärt auch die Gameplay-Grundlagen. Wichtig: "Everybody 1-2-Switch!" ist ein Game für Mehrspieler, jedoch nicht für Einzelspieler.

Diese Mini-Spiele machen selbst Kindern Spaß

Es braucht also mindestens zwei Zocker zum Gamen – per Joy-Cons können bis zu acht Personen in zwei Teams gegeneinander antreten, per Smartphone-Steuerung können dagegen bis zu 100 Spieler in die Runden einsteigen. Dass das nicht im Chaos endet, haben die Macher geschickt gelöst: Je nach Modus und Teilnehmerzahl gibt es nämlich jeweils eigene Mini-Spiele für die Zocker. Nach der Wahl des Modus darf noch ausgewählt werden, wie lange die Spielrunde dauern soll, dann geht es auch schon mit einer Zufallsauswahl aus dem Mix der Mini-Spiele. Die Mini-Spiele sind sehr simpel steuerbar.

    Das hat selbst viele Videospiel-Profis überrascht – Nintendo bog kürzlich mit der Veröffentlichung des neuen ...
    Das hat selbst viele Videospiel-Profis überrascht – Nintendo bog kürzlich mit der Veröffentlichung des neuen ...
    Nintendo

    Das sprechende Pferd Horace führt nicht nur als Showmaster durch die Spiele wie ein Moderator durch ein Fernseh-Quiz, sondern erklärt auch leichtest verständlich die Spiele und deren Steuerung. Für Kenner und Erwachsene ist das nach einigen Stunden dagegen etwas nervig, denn ständig müssen Tutorial-Fenster weggeklickt werden. Ein guter Tipp für alle Spieler ist es aber, die Sicherheitsschlaufen der Joy-Con zu verwenden, damit diese im Eifer des Gefechts nicht in den Fernseher oder durch die Fensterscheibe fliegen. Danach darf man sich über eine kreative Auswahl an verschiedensten Mini-Spielen freuen.

    Spiel motiviert die Zocker an allen Ecken und Enden

    Je elf Games funktionieren nur mit Smartphone oder mit Joy-Con, die doppelte Anzahl an Spielen mit beiden Steuerungs-Arten. Die Zahl der Games ist also immens angestiegen im Vergleich zum Vorgänger. Und auch die Abwechslung ist größer: Mal müssen die Teams im Raum mit dem Smartphone eine bestimmte Farbe suchen und knipsen, mal ein Team den versteckten und vibrierenden Joy-Con des anderen Teams suchen und finden, mal wirft man virtuelle Wurfsterne auf das andere Team während diese sie als Ninjas mit Schwertern abwehrt und mal pustet man möglichst schnell Luftballone auf.

    Die Abwechslung ist gut und auch lange Vorbereitungen oder Übungen für die Spiele gibt es nicht. Zusätzlich hat "Everybody 1-2-Switch!" aber auch noch einige Komfort-Funktionen im Programm. So darf sich etwa das Verliererteam eines Spiels mit etwas Glück einen Favoriten für das nächste Mini-Spiel auswählen, was die Motivation trotz Niederlagen hochhält. Zudem lassen sich alle absolvierten Games nach einer Spielerunde aus einem Katalog frei auswählen und noch einmal zocken. Und zwischen den Mini-Spielen gibt es auch noch Zufalls-Ereignisse, die Bonuspunkte bringen und die Runden drehen können.

    "Everybody 1-2-Switch!" im Test – Party-Spaß für alle

    Außerdem birgt auch die Steuerung per Smartphone einen Vorteil: Nicht nur, dass die Spieleranzahl auf 100 steigt, auch kann man als Gastgeber das Game einfach online streamen und 99 Mitspieler einladen – oder umgekehrt einer Riesen-Runde mit Freunden und Fremden beitreten. Voraussetzung dazu ist einfach ein Spielecode, der im Game generiert werden kann. Das kennt man etwa von den "Jackbox Party"-Spielen auf dem PC. Und auch sonst ist technisch alles top: Die Spiele laufen auch mit vielen Teilnehmern stabil, es gibt eine ausgezeichnete deutsche Sprachausgabe und die Grafik ist knallbunt ausgefallen.

    Einen kleinen (und vielleicht für einige Spieler größeren) Haken gibt es dann aber doch: Zwar darf man die Länge der Spielrunden bestimmen, nicht aber selbst eine Abfolge an ausgewählten Mini-Spielen festlegen. Das bietet mittlerweile so gut wie jede andere Minispiel-Sammlung. Positiv ist dafür wiederum, dass es sich um ein Game handelt, das man auf der nächsten Party einfach auf der Switch startet und ohne Erklärungen alle wissen, was zu tun ist. "Everybody 1-2-Switch!" ist eine Abwechslung zu den "Mario Party"-Games und macht der ganzen Familie dank großer Minispiel-Auswahl Spaß.