Tausende Verbraucher haben ein Mineralwasser der Marke Evian zur "Mogelpackung" des Jahres gewählt. Für das Produkt, für das Verbraucher seit April bei weniger Inhalt mehr bezahlen, stimmten bei einer Online-Umfrage der Verbraucherzentrale Hamburg rund 38 Prozent der 23.400 Teilnehmer, wie die Verbraucherschützer am Montag mitteilten.
Tausende Verbraucher haben ein Mineralwasser der Marke Evian zur "Mogelpackung" des Jahres gewählt. Für das Produkt, für das Verbraucher seit April bei weniger Inhalt mehr bezahlen, stimmten bei einer Online-Umfrage der Verbraucherzentrale Hamburg rund 38 Prozent der 23.400 Teilnehmer.
Der Hersteller Danone Waters hatte die Füllmenge von 1,5 Liter auf 1,25 Liter reduziert und gleichzeitig den Preis angehoben. Unterm Strich betrug die Preiserhöhung für das Mineralwasser in einigen Supermärkten bis zu 50 Prozent. "Viele Verbraucher fanden diesen rasanten Preisanstieg anscheinend besonders unverschämt", erklärte Armin Valet von der Verbraucherzentrale.
Man habe die Flasche "Verbraucherwünschen entsprechend" im Zuge eines komplett neuen, hochwertigeren Sortiments auf den Markt gebracht, schrieb Danone Waters im Mai. Es handele sich nicht um die Reduzierung eines bestehenden Formats, sondern um eine Neueinführung.
Die neuen Flaschen würden den visuellen Ansprüchen von Glas gerecht, das sei teurer in der Herstellung. Zudem sei die CO2-Reduktion und der Schutz der Wasserquellen teurer geworden. Überdies liege die Preishoheit beim Handel. Man gebe lediglich eine unverbindliche Preisempfehlung ab. Auch sei die geringere Menge klar erkennbar.
Die Abstimmung über die "Mogelpackung des Jahres" lief knapp drei Wochen bis Sonntag. Mit 35 Prozent auf den zweiten Platz kamen Choco Crossies von Nestlé.
Nestlé auf Platz zwei
In den vergangenen sechs Jahren sei die Füllmenge von 200 über 180, 160 bis auf 150 Gramm mehrmals reduziert worden. Gleichzeitig sei der Preis bei einigen Händlern von 1,79 Euro auf bis zu 2,09 Euro gestiegen. Dadurch ergab sich eine versteckte Preiserhöhung von bis zu 56 Prozent.
Nestlé beruft sich auf höhere Preise für Kakaobutter und insbesondere Mandeln. Über den Ladenverkaufspreis entscheide zudem allein der Handel, betonen auch die Schweizer. Die aktuelle Füllmenge sei deutlich lesbar auf der Verpackungsvorderseite angegeben und somit auf den ersten Blick ersichtlich.
Zu den übrigen Nominierten gehörten Crunchips von Lorenz Bahlsen Snack-World, Mirácoli-Pasta von Mars und der Milka-Weihnachtsmann von Mondelez.