Niederösterreich

EVN verzeichnet in Energiekrise Umsatzplus von 50 %

Während private Haushalte unter den horrenden Energiepreisen stöhnen, fährt die EVN im ersten Quartal 2021/22 ein Riesen-Umsatzergebnis ein.
Tanja Horaczek
25.02.2022, 09:53

Im ersten Geschäftsquartal 2021/22 (Anm.: entspricht 1. Oktober bis 31. Dezember 2021, also dem vierten Quartal 2021) lag der temperaturbedingte Energiebedarf (Strom und Erdgas) in den drei Kernmärkten der EVN über dem Vorjahreswert und dem langjährigen Durchschnitt. Die Marktpreise für Erdgas, CO2-Emissionszertifikate sowie Grund- und Spitzenlaststrom erreichten historische Höchstwerte. Die Umsatzerlöse der EVN verzeichneten im ersten Quartal 2021/22 einen Anstieg um 49,1 Prozent auf 900,9 Millionen Euro.

Stark gestiegene Strompreise

Zurückzuführen war dies vor allem auf die stark gestiegenen Strompreise, die insbesondere beim Energievertrieb in Südosteuropa für deutliche Zuwächse sorgten. Angesichts der gestiegenen Großhandelspreise konnten auch die Umsatzerlöse aus der erneuerbaren Erzeugung deutlich zulegen. Zudem wurde das Kraftwerk Theiß vom österreichischen Übertragungsnetzbetreiber häufiger als im Vorjahr zur Netzstabilisierung abgerufen.

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Analog zur Umsatzentwicklung nahm auch der Aufwand für Fremdstrombezug und Energieträger deutlich zu – er belief sich auf 552,8 Millionen Euro (Vorjahr: 242,2 Millionen Euro). Diese Entwicklung resultierte vor allem aus den gestiegenen Energiebeschaffungskosten in Südosteuropa, dem höheren Primärenergieaufwand für das wie erwähnt häufiger eingesetzte Kraftwerk Theiß und aus höheren Beschaffungskosten der EVN Wärme. Die Fremdleistungen und der sonstige Materialaufwand reduzierten sich aufgrund einer etwas geringeren Bautätigkeit im internationalen Projektgeschäft.

Solide Bilanzstruktur

Die EVN verfügt über eine solide und stabile Kapitalstruktur, die eine gute Grundlage für die Umsetzung des umfassenden Investitionsprogramms in den Bereichen Netzinfrastruktur, erneuerbare Erzeugung sowie Trinkwasserversorgung der nächsten Jahre bildet. Die Nettoverschuldung lag am 31. Dezember 2021 bei 905,9 Millionen Euro.

Umwelt- und Wassergeschäft

Im Bereich der Trinkwasserversorgung liegt der Investitionsschwerpunkt weiterhin auf dem Ausbau überregionaler Versorgungsleitungen. Im Dezember 2021 wurde von der geplanten 60 kilometerlangen Transportleitung von Krems nach Zwettl, die zur langfristigen Absicherung der Wasserversorgung im Wald- und Weinviertel errichtet wird, der erste Leitungsabschnitt zwischen Pallweis und Zwettl fertiggestellt. Bei der bereits fünften Naturfilteranlage der EVN in Petronell erfolgt derzeit die schrittweise Inbetriebnahme, der kommerzielle Vollbetrieb soll ab März 2022 aufgenommen werden. Die Anlage wird zehn Gemeinden der Region östlich des Flughafens Wien-Schwechat mit auf natürliche Weise und ohne Zusatz von Chemikalien enthärtetem Wasser versorgen.

Ausblick für das Geschäftsjahr 2021/22

Die EVN erwartet für das Geschäftsjahr 2021/22 ein Konzernergebnis in einer Bandbreite von etwa 200 bis 240 Millionen Euro. Stärkere oder länger anhaltende Verwerfungen auf den Energiemärkten könnten das erwartete Ergebnis jedoch negativ beeinflussen. Die Investitionen werden sich auf rund 500 Millionen Euro belaufen und betreffen vor allem die regulierten und stabilen Geschäftsfelder in den Bereichen Netzinfrastruktur, erneuerbare Erzeugung und Trinkwasserversorgung. Damit sollen die solide Geschäftsbasis der EVN gesichert und weiteres Wachstum ermöglicht werden.