Im Iran starb eine Frau einen gewaltsamen Tod, weil sie ihre Haare nicht unter einem Kopftuch verbarg. Die Sittenpolizei nahm sie fest, kurze Zeit später lag sie im Koma und starb. Jetzt gehen im ganzen Land die Menschen auf die Straße, protestieren gegen die Machthaber und prekäre Menschenrechtslage.
Unter den offenen Kritikern: Ali Karimi. Der 43-jährige Ex-Kicker hat sich für die Protestbewegung ausgesprochen, sich in Videos für die iranische Frauen und gegen das brutale Vorgehen gegen die Demonstranten ausgesprochen. Für seine mutigen Beiträge in den sozialen Medien bezahlt der ehemalige Bayern-Profi nun einen hohen Preis.
ARD-Journalistin Natalie Amiri berichtet, dass Karimis Haus von den iranischen Behörden beschlagnahmt wurde. Sie zeigt auf einem Beitrag auf Twitter auch ein Bild des Anwesens. Davor sind zwei Tafeln zu sehen, die die Beschlagnahmung beweisen sollen.
Karimis vielsagende Wortmeldung auf Twitter: "Ein Haus ohne Boden ist wertlos. Nehmt es." Mit diesen zwei knappen Sätzen scheint er die Meldung zu bestätigen. Damit stellt er aber auch klar, dass er sich davon nicht von seinem Weg, für seine Meinung einzustehen, abbringen lassen wird.
Sein Mut ist bemerkenswert. Wie auch jener von Leverkusens Profi Sardar Azmoun. Auch der 27-Jährige solidarisiert sich öffentlich mit der Protestbewegung. Damit riskiert der Nationalspieler sogar seine WM-Teilnahme mit dem Iran.
Kamiri beendete vor acht Jahren seine Karriere. Zwischen 2005 und 2007 absolvierte er 42 Pflichtspiele für den FC Bayern, gewann dabei einen Meistertitel und den DFB-Pokal. Auch mit Schalke wurde er Pokalsieger. Inziwschen ist er als Berater des iranischen Zweitligisten Kheybar Khorramabad FC tätig.