Verstappen und Red Bull sind aktuell eine Klasse für sich. Der heimische Rennstall konnte jedes der zwölf Saisonrennen sowie alle drei Sprints für sich entscheiden. Doppel-Weltmeister Verstappen fuhr immerhin zehn Rennsiege ein, gewann die letzten acht Grands Prix in Serie, die anderen beiden Rennen gingen an seinen Teamkollegen Sergio Perez.
Auch wenn es hinter Verstappen eng zugeht, Mercedes, Ferrari, Aston Martin und McLaren um den Platz als zweite Kraft rittern, werden die Stimmen der Kritiker immer lauter. Die Formel 1 würde aktuell zur "Formel fad" verkommen, so der Vorwurf.
Um für mehr Spannung zu sorgen, hat Ex-Weltmeister Damon Hill nun eine echte Reifen-Revolution angeregt. Reifenlieferant Pirelli bringt drei von fünf Reifenmischungen zu den Rennen. Im Großen Preis am Sonntag müssen aktuell zwei Mischungen verwendet werden. So wird sichergestellt, dass alle Piloten zumindest einen Boxenstopp absolvieren müssen.
Immer wieder wurden Stimmen laut, diese Regel solle angepasst werden, weil häufig Ein-Stopp-Rennen mit sehr ähnlichen Strategien im gesamten Fahrerfeld die Folge sind. Das sah auch Hill so, der den Forderungen, alle drei Mischungen sollen verpflichtend im Rennen gefahren werden müssen, durchaus etwas abgewinnen kann.
"Ich denke, es gibt da definitiv Argumente dafür, wenn man auf der Suche nach Spannung und etwas mehr Herausforderung ist. Also warum nicht?", fragte der Weltmeister von 1996 im Podcast "F1 Nation". "Ich denke, es wäre eine gute Idee. Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem Max und Lewis Hamilton in Belgien so viel Vorsprung herausgefahren haben, um einen neuen Reifensatz zu holen und die schnellste Runde zu fahren. Den Teams ist es wichtig, es sorgt für Drama", führte Hill aus.
Die Rechnung dahinter ist einfach: Jeder Boxenstopp ist ein Risikofaktor. Bei jedem Reifenumstecken kann etwas schiefgehen, Fahrer können in den Verkehr zurückgeworfen werden. Das würde Spannung zurückbringen – und auch für unterschiedliche Strategien sorgen.
Hill führte deshalb auch Regenrennen an. Diese hätten einen Unsicherheitsfaktor, seien deshalb besonders packend. Trotzdem warnte Hill auch: "Man muss aber auch vorsichtig sein, denn man setzt sich dem Vorwurf aus, unnötig für Drama zu sorgen. Aber ich frage mich: Warum nicht? "