Ex-Flüchtling zahlt Kosten für Lager retour, wählt FPÖ

Ex-Flüchtling und Asylheimbewohner Arthur D. zahlte dem BMI die Kosten fürs Lager in Traiskirchen zurück, wählt FPÖ. "Heute" weiß warum.
Nur mit dem nackten Leben war Arthur D. (55) vor über 20 Jahren nach Österreich gekommen. Seine damals erste Station: Das Flüchtlingslager in Traiskirchen (NÖ).

Ukrainer wurde Blauer

Der willensstarke Bauingenieur schaffte es in ein gut-bürgerliches Leben, hat heute ein Haus im schönen Stadtteil Wagram in Sankt Pölten. Seit Jahren wählt der bald 56-Jährige freiheitlich, ist auch Parteimitglied. Warum wählt ein Flüchtling ausgerechnet Blau? "Aus Respekt zu Österreich in erster Linie", sagt der gebürtige Osteuropäer.

Die Kosten (gut 15.000 Schilling, umgerechnet rund 1.100 Euro ohne Inflation) für den Lageraufenthalt in Traiskirchen zahlte er an das Innenministerium zurück: "Das war mir damals einfach ein persönliches Anliegen und daher enorm wichtig."

Auf die Frage, ob er einen Unterschied zwischen dem Flüchtlingsstrom in den 90er-Jahren und dem akuellen bzw. 2015 erkenne, antwortet der Diplomingenieur: "Es wird viel zu viel gelogen. Ich habe den Eindruck, dass ehrliche Asylwerber dadurch manchmal benachteiligt werden."

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Müll erinnert an Heimat

In Sankt Pölten fühle er sich pudelwohl, einzig der viele Müll an und um die Traisen störe ihn: "Es wird gegrillt im Freien und gefeiert. Vor allem ab Ende März/Anfang April. Alles schön und gut, aber es ist sehr viel Mist und Unrat an der Traisen. Es erinnert mich an die Ukraine." Der Ukrainer wandte sich damit an FP-Stadtrat Klaus Otzelberger. Der meint: "Da ist das Magistrat gefordert."

Eine politische Funktion könne sich Arthur D. zwar vorstellen, aber: „Da fehlt mir einfach die Zeit, ich bin beruflich total eingespannt." (Lie)

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