Ex-Frauenministerin beleidigt Gabalier mit Anal-Vergleich

Andreas Gabalier sang in Spielberg beim F1-Grand Prix die alte Version der Bundeshymne - jene ohne Töchter. Die Aufregung war riesig, die Grünen fanden diese "Weigerung" in einem Brief an den Sänger "nicht akzeptabel". In einem Streitgespräch mit der ehemaligen Frauenministerin ging es in der ZIB 24 heiß zu dem Thema zu. Gabalier sprach von einer Volksbefragung. Konsequenzen gibt es übrigens keine für seine Hymne.
– jene ohne Töchter. Die  Aufregung  war riesig, die Grünen fanden diese "Weigerung" in einem Brief an den Sänger "nicht akzeptabel". In einem Streitgespräch mit der ehemaligen Frauenministerin ging es in der ZIB 24 heiß zu dem Thema zu. Gabalier sprach von einer Volksbefragung. Konsequenzen gibt es übrigens keine für seine Hymne.

Der Streit um die österreichische Bundeshymne geht jetzt voll unter die Gürtellinie: In einem ORF-Streitgespräch mit Ex-Frauenministerin Maria Rauch-Kallat, die sich in ihrer damaligen Funktion für die Veränderung der Hymne stark gemacht hatte, rechtfertigte sich Gabalier am Mittwoch in der ZIB 24 wiederholt. Dabei wurde der Volkssänger von seinem Gegenüber beleidigt, was ihn allerdings nicht aus der Fassung brachte.

"Menschen im Internet geben mir Recht"

In dem Streitgespräch sagte Gabalier: "Wenn man die letzten Tag hernimmt - auf sämtlichen Internetplattform, in Radiosendern, Zeitungen, Online-Portalen, Fernsehsendern. Man sieht durch die Bank, dass fast 99 Prozent für die alte Version sind, weil sie sagen, das ist ein Stück Geschichte und Tradition und das muss man nicht abändern."

Schließmuskel-Vergleich von Rauch-Kallat lässt Gabalier kalt

Und Gabalier weiter: "Den Text der österreichischen Bundeshymne lernte ich mit acht Jahren in der Schule im Sachkundeunterricht und ich sehe keine Veranlassung, ihn anders zu singen". Rauch-Kallat konterte angriffslustig: "Zu sagen, ich hab´s so gelernt mit acht - ich gehe davon aus, dass Sie mit einem Jahr wie andere Kinder noch in die Windeln gemacht habne und das jetzt nicht mehr tun, weil Sie gelernt haben, ihre Schließmuskeln zu berherrschen - also gehe ich davon aus, dass Sie auch gelernt haben, Texte anders zu singen".

Das hat gesessen!

Gabalier ließ trotz der Beleidigung sein Gegenüber weiterreden: "...Und ich halte es für eine Respektolsigkeit gegenüber dem Gesetzgeber....Das Parlament hat das so beschlossen, und wir hatten damals gehofft, dass die Sache damit erledigt ist."

Volk nicht befragt

Gabalier blieb völlig ruhig und meinte dazu: "Ich glaube nicht, dass das Volk jemals dazu befragt worden ist." Er verstehe, dass Frauen um ihre Rechte kämpfen, er glaube aber nicht, dass das in einem historischen Stückerl umgesetzt werden muss. Es gebe andere Möglichkeiten, dass Frauen zu ihren Rechten kommen.
"Österreicher verunsichert"

Gabalier glaubt, dass durch die veränderte Hymne viele nicht mehr mitsingen, weil sie verunsichert sind, wie man bei der Formel 1und bei anderen Veranstaltungen sehe, so der Sänger. Bei besagter Stelle komme "Tumult" auf, so Gabalier. Rauch-Kallat hielt dem entgegen: "Die Hymne wurde auch davor nicht gesungen, weil die Menschen den Text nicht kannten".

"Keine Veranlassung, anders zu singen"

Gabalier hatte nach dem ersten Aufschrei um die Hymne gesagt, er glaube, dass "Österreich ganz andere, viel wichtigere und dringendere Probleme hat, mit welchen sich die Politik beschäftigen und im besten Fall auch lösen sollte".

Kulturwelt verteidigt Gabalier

Rückendeckung erhält Gabalier aus der Kulturwelt. Gerhard Ruiss, Vorsitzender der IG Autorinnen Autoren, argumentierte in einer Aussendung ebenfalls gegen die Textänderungen - auch in der dritten Strophe: "Die Änderung der dritten Strophe ('Einig lass in Jubelchören' statt 'Einig laß in Brüderchören ...', Anm.) stellt nach wie vor einen schwerwiegenden Eingriff in die österreichische Demokratie-und Republiksgeschichte dar, der unbedingt durch die Wiederherstellung der alten Fassung korrigiert gehört", äußerte sich Ruiss zu den 2011 vom Nationalrat beschlossenen Änderungen. Der Text von Paula von Preradovic ziele nicht auf die Herstellung der Geschlechtergerechtigkeit, sondern die Wiederherstellung der Republik Österreich ab.

"Eingriff in Demokratie- und Rechtsgeschichte"

"Es soll sich also niemand wundern, wenn aus vielerlei anderen Gründen als aus mangelnder Sensibilität oder Gegnerschaft zur Geschlechterdemokratie in Wort und Bild zahlreiche weitere Gründe existieren, warum die Österreichische Bundeshymne da und dort in ihrer originalen bzw. ursprünglichen maskulinen Form gesungen wird", meint Ruiss weiter. Die Änderung der dritten Strophe stelle einen "schwerwiegenden Eingriff in die österreichische Demokratie- und Republiksgeschichte dar, der unbedingt durch die Wiederherstellung der alten Fassung korrigiert gehört".

Keine rechtlichen Folgen

Hat der Volks-Rock‘n‘Roller rechtliche Folgen zu befürchten? Nein, heißt es dazu aus dem Justizressort. Denn: Die Hymne "müsste beschimpft oder verächtlich gemacht werden", um im Sinn des 248 StGB strafrechtlich relevant zu sein.

 

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