Die Formkurve von Dominic Thiem zeigt vor dem Heimturnier in der Wiener Stadthalle eher nach unten. Nach seiner guten Form bei den US Open setzte ihn eine Magenverstimmung außer Gefecht, zuletzt scheierte er in Antwerpen früh im Achtelfinale.
Ex-Manager Herwig Straka hat vor dem Start der "Erste Bank Open" einen Tipp für den 30-Jährigen: einen "Supercoach". Der letzte Versuch von Thiem, mit einer Tennis-Legende durchzustarten, ging allerdings daneben. 2020 trennte sich der Niederösterreicher von niemand Geringerem als Thomas Muster.
Die "Supercoaches" sind wieder in Mode. Mit Boris Becker nimmt ein Grand-Slam-Sieger wieder in der Trainer-Box Platz. Der Deutsche ist der neue Coach des Dänen Holger Rune. Straka kann sich gut vorstellen, dass auch bei Dominic Thiem ein neuer Trainer helfen könnte, wieder in die Spur zu finden.
"Rune ist das beste Beispiel, er hat sechs Monate wenig gewonnen. Das sind genau die Situationen, wo du einen Supercoach brauchst und insofern glaube ich, dass auch für Dominic ein Supercoach gut wäre", meint der Turnierdirektor der Erste Bank Open in Wien zur APA. Natürlich muss der Trainer zum Spieler passen. "Ich habe mit Boris (Becker, Anm.) telefoniert. Ich habe gesagt, ich wünsche dir viel Glück, aber ich hoffe, dass der Rune dich auch akzeptiert, weil das habe ich bei Dominic gesehen. Wenn du das nicht annimmst, dann bringt es ja nichts", führt Straka weiter aus.
Im Falle von Boris Becker hat es schon einmal funktioniert. Mit Novak Djokovic feierte der heute 55-Jährige sechs Grand-Slams. Auch der erste "Supercoach", Stefan Edberg, trainierte keinen Geringeren als Roger Federer. “Ich weiß es von Roger Federer. Ich habe x-mal mit ihm über Stefan Edberg gesprochen, das war eigentlich der erste Supercoach", meint Straka.
Straka ist sich bei Thiem aber sicher, dass der Lichtenwörther wieder gewinnen wird "wenn der Motor wieder ins Laufen kommt." Der 57-Jährige sagt zur Entwicklung, die die Karriere von Thiem genommen hat: "Mich schmerzt das extrem, er tut mir leid, es ist sehr, sehr schade. Es ist viel passiert. Wer dran schuld ist oder warum auch immer, lassen wir außen vor. Er ist eine tolle Person. Er war ein Ausnahmetalent und ist es noch immer."
In der Wiener Stadthalle trifft der Niederösterreicher in der ersten Runde auf die Nummer sieben der Tenniswelt Stefanos Tsitsipas. Es hätte einfachere Lose als den Griechen gegeben. Die Partie wird am Dienstag steigen. Der zweite Österreicher Sebastian Ofner trifft auf den als Nummer fünf gesetzten Alexander Zverev.