Fussball

Ex-ÖFB-Star Stranzl: "Das sind Rangnicks Baustellen"

Nations-League-Zwischenfazit aus Expertensicht! Ex-Teamspieler Martin Stranzl im "Heute"-Talk über Licht und Schatten im ÖFB-Team unter Ralf Rangnick.
Heute Redaktion
09.06.2022, 07:11

Martin Stranzl verteidigte 56 Mal für das Nationalteam, machte für Gladbach 258 Spiele in der deutschen Bundesliga, lief in Champions League und Europa League auf. Jetzt analysiert der 41-Jährige bei "Sky". Für "Heute" nahm er den Teamchef-Start von Ralf Rangnick unter die Lupe.

"Heute": Herr Stranzl, 3:0 in Kroatien, 1:2 daheim gegen Dänemark – die rot-weiß-roten Fans schienen mit den letzten Auftritten des Nationalteams zufrieden. Was sagt der Experte?

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Martin Stranzl: "In beiden Spielen war eine Halbzeit gut und eine nicht gut. Erkennbar war, dass die Mannschaft versucht hat, schnell nach vorne zu spielen, Chancen zu kreieren. Dabei muss sie mehr Ruhe in das Spiel bringen. Zu sehen war aber auch, dass das Team in einer Findungsphase ist, einiges ausprobiert wird – Systeme und Spieler."

Wo sind die Baustellen?

"Die bekannten: links hinten und links offensiv. Da wurde auch schon etwas ausprobiert. Auch die rechte Halbposition, wenn im 4-2-3-1 gespielt wird. Da brauchst du Spieler, die Bälle in den Strafraum bringen."

Rangnick gilt als Red-Bull-Mastermind. Ist diese Fußball-Handschrift schon erkennbar?

"Also, so wild war das Pressing bisher gar nicht. Es wurde zügig nach vorne gespielt, aber auch versucht, eine Balance zu finden. Das ist richtig und muss so sein, denn gute Mannschaften hebeln dich aus und dann kann es ganz schnell in die andere Richtung gehen."

Alaba spielte wie bei Real Innenverteidiger. Ist das jetzt seine Ideal-Position im Team?

"Abgesehen von Notlösungen bin ich der Meinung, Spieler sollten im Team dort zum Einsatz kommen, wo sie auch im Klub spielen. Passiert das nicht, können sie nicht ihr maximales Potenzial ausschöpfen und es kommt zu Diskussionen – wie es bei Alaba eben oft der Fall war."

Bei Arnautovic wurde gemutmaßt, er könne keinen Red-Bull-Fußball spielen.

"Er hat eine wichtige Rolle im Team, ist Vorbild, übernimmt Verantwortung. Für sein Spiel braucht er Fitness, die hat er jetzt wieder."

Jetzt wartet Frankreich. Noch einmal eine andere Hausnummer als Kroatien und Dänemark?

"Auf dem Papier schon, in den letzten zwei Spielen nicht. Da haben sie als Mannschaft nicht funktioniert. Ähnlich wie bei uns wurde aber auch dort einiges getestet und gewechselt. Generell sind Spiele gegen solche Kaliber für die Entwicklung der Spieler wichtig. Es muss daher das Ziel Nummer eins sein, in dieser Top-Liga zu bleiben."