Sie haben ein aufregendes Leben mit Höhen und Tiefen gelebt und stehen auch mit über 75 Jahren noch mit beiden Beinen im Beruf. Im neuen Podcast "Lebende Legenden" kommen österreichische Ikonen zu Wort, die in jeweils vier Folgen intime Einblicke gewähren. Es werden keine Fragen gestellt, es wird nur zugehört.
Den Anfang macht die wohl bekannteste Stimme des Landes, Chris Lohner. "Ich habe ein Tattoo am kleinen Finger, ein kleines Herz. Das habe ich mir zum 75er machen lassen. Ich hatte das Herz immer am rechten Fleck und jetzt will ich es auch auf der rechten Hand am kleinen Finger haben", verrät die 82-Jährige den Journalistinnen Mesi Tötschinger, Eva Weissenberger und Lisa Sans.
Für die Autorin und ehemalige Moderatorin gibt es im Rückblick nichts zu bereuen: "Was ich erlebt habe, die Erfahrungen, die ich gemacht habe – das sind solche Geschenke vom Universum. Das ist so wertvoll, das möchte ich nicht missen. Mit dem Wissen, das ich jetzt habe, würde ich doch vieles nicht genauso machen. Andererseits finde ich, dass man ja aus den Fehlern lernt und nicht aus dem Erfolg."
Ihr Lebensgeheimnis: "Ich muss ehrlich sagen, ich bin deshalb auch so eine zufriedene Alte, weil ich nichts anbrennen lassen habe." In ihrer Jugend war Lohner noch etwas zurückhaltender. "Da ist man überall hingegangen und hat getanzt und geflirtet. Sonst hat man sich nichts getraut, weil es gab damals keine Pille. Das Damoklesschwert einer Schwangerschaft ist schon immer über uns geschwebt."
Die nächste Persönlichkeit, die in vier bewegenden Folgen im Mai immer donnerstags aus ihrem Leben erzählt, ist Dirndl-Designerin Gexi Tostmann. Die 84-Jährige spricht über Liebe und Erfolge, wichtige Entscheidungen und Brüche. Sie schildert auch, wie Tostmann Trachten von ihren Eltern nach dem Zweiten Weltkrieg beinahe durch Zufall gegründet wurde: "Die Mutti hat für eine Freundin ein Dirndl gemacht, die hatte kein Geld und bezahlte mit einem Laib Käse. Das hat mein Vater mitgekriegt und gesagt: Da können wir uns eine Existenz aufbauen."
Überhaupt prägte ihre Mutter sie sehr stark, genau wie sie selbst ihre Tochter Anna, die heute hauptsächlich das Unternehmen führt. "Den Begriff Feminismus haben wir nicht gekannt und uns auch nicht damit auseinandergesetzt. Aber meine Mutter hat immer gesagt: Wichtig ist, selbstständig und unabhängig zu sein." So schloss Tostmann neben ihrer Arbeit auch ein Studium ab. "Ich wollte nie einen Doktor haben, sondern immer selbst einen machen. Und dann habe ich in Völkerkunde promoviert."
Demnächst zu hören sind Erika Pluhar, Friedl Koncilia und Christian Ludwig Attersee. Mit dem Dokumentieren der Lebensgeschichten will der Podcast aufzeigen, dass Alter Relevanz hat und, dass individuelle Erinnerung die Basis für eine gemeinsame Zukunft stiftet.