Zwischen 2009 und 2011 bestritt der Spanier 46 Grands Prix für den zweiten Red-Bull-Rennstall, der damals Toro Rosso hieß. Der große Durchbruch ist dem heute 33-Jährigen aber verwehrt geblieben. Wie einigen Red-Bull-Nachwuchsfahrern seither. Deshalb kritisierte Alguersuari nun die Fahrer-Auswahl der Dosen-Rennstalls.
Mit Sergio Perez bei Red Bull und dem mittlerweile wieder entlassenen Alpha-Tauri-Piloten Nyck de Vries starteten zwei Fahrer, die nicht aus dem Red-Bull-Imperium kamen, in die Saison. Perez konnte in den letzten Rennen nicht überzeugen, hat bereits als WM-Zweiter 99 Punkte Rückstand auf Doppel-Weltmeister Max Verstappen. Der zweifache Saisonsieger ist angezählt, Gerüchte über seinen bevorstehenden Rauswurf mit dem Ende der Saison reißen nicht ab. Für Alguersuari würde das nicht überraschend kommen.
"Die Tatsache, dass Perez für Red Bull fährt, zeigt, dass ihr Nachwuchsprogramm nicht erfolgreich ist", kritisierte der Ex-Pilot im Podcast von "Sky Sports F1" das von Marko federführend geleitete Fahrerentwicklungsprogramm. "Die Idee dahinter ist, dass sie uns gesagt haben, sie wollen Champions aufbauen, ihnen die Möglichkeit geben, bei Alpha Tauri zu fahren und Erfahrungen zu sammeln. Dass sie woanders Fahrer gesucht haben, macht keinen Sinn", meinte Alguersuari.
"Sie geben Millionen über Jahre hinweg aus, dass die Fahrer Nachwuchsserien gewinnen, dann kommt man in die Formel 1 und hat kaum Chancen, man muss hoffen, dass man ein schnelles Auto hat", erklärte Alguersuari, der 2009 selbst während der laufenden Saison beim zweiten Bullen-Rennstall Sebastien Bourdais ersetzten, ebenso den Sprung zum großen Schwesternteam nicht schaffte.
Das beste Beispiel für die gescheiterte Red-Bull-Strategie sei eben Perez, der seit 2021 für Red Bull fährt, nachdem Alex Albon zuvor nicht überzeugen konnte. "Man muss klar festhalten, dass Checo nie ein Red-Bull-Junior war. Wenn er einer gewesen wäre, hätte er kein Jahr überstanden, wenn man bedenkt, wie Helmut Marko Fahrer beurteilt", wurde der Spanier deutlich.
Dabei gewann der Mexikaner noch zwei der ersten vier Rennen, griff sogar nach der WM-Führung. Und verschwand danach in einem tiefen Loch. "Er hat ein Siegerauto, er muss es auch nützen. Dass er eine halbe Sekunde langsamer ist, ist einfach nicht akzeptabel. Wenn dein Teamkollege alles gewinnt, musst du zumindest aufs Podest fahren. Du musst näher dran sein, oder sie haben jedes Recht, dich zu ersetzen", schoss der Spanier gegen den Mexikaner. "Es gibt viele Fahrer, die deutlich näher an Max dran wären", ist Alguersuari überzeugt.
De Vries wurde nun von Daniel Ricciardo ersetzt. Der Australier hat die Perspektive, sich für eine Red-Bull-Rückkehr empfehlen zu können. Perez muss also umso mehr zittern...