Ex-Mitarbeiterin belastet Strache in Spesen-Affäre

Eine enge Mitarbeiterin des Ex-FPÖ-Chefs hat ausgesagt, private Ausgaben Straches über die Partei abgerechnet zu haben. Das berichtet das "Profil".
Wie das Nachrichtenmagazin "Profil" am Freitag berichtet, wurde am 25. September 2019 eine langjährige Mitarbeiterin von Ex-FP-Chef Heinz-Christian Strache als Beschuldigte einvernommen.

Die Ex-Sekretärin hat Strache in der Spesen-Causa dabei schwer belastet. Laut "Profil" soll die Frau ausgesagt haben, private Ausgaben ihres ehemaligen Chefs der Partei untergejubelt zu haben.

Laut Protokoll, das dem Nachrichtenmagazin vorliegt, spricht die Mitarbeiterin in ihrer Aussage von "drei Stellen zur Verrechnung": die Landesgruppe Wien, den freiheitlichen Parlamentsklub und die FPÖ-Bundesgeschäftsstelle.

"Ich habe versucht, die mir von den Chauffeuren, Sicherheitsleuten vorgelegten und meine eigenen Rechnungen der jeweilig zuständigen Stelle zuzuteilen. Wenn private Rechnungen, die mit der politischen Tätigkeit des Hrn. Strache nichts zu tun hatten, z.B. Rechnungen eines Schiverleihs im Winterurlaub und das Hotel vorgelegt wurden, habe ich diese meiner Erinnerung nach zurückbekommen. ( … ) Mit diesen Rechnungen ging ich zum ‚Chef', (gemeint ist Strache, Anm.) und dieser sagte mir, geh zum O. (ein anderer Strache-Mitarbeiter, Anm.) und dieser soll sie umwandeln. Damit meinte er, statt dieser privaten Rechnung soll eine Essensrechnung vorgelegt werden, die den Anschein einer Verbindung zu einer politischen Veranstaltung oder Tätigkeit erweckte. Er rechtfertigte dies mir gegenüber so, dass er meinte, dass er sich sowieso auch während des Urlaubs mit Funktionären und Parteimitgliedern zusammengesetzt hat", wird die Frau in dem Protokoll zitiert.

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Private Rechnungen mit Restauranrechnungen getauscht



Zudem habe sie auch versucht, Rechnungen von Straches privater Putzfrau über die Wiener Landesgruppe bezahlen zu lassen. Es habe "sich das dann eingeschlichen, dass private Rechnungen mit z.B. Restaurantrechnungen getauscht wurden."



Laut Aussage der Mitarbeiterin hätten nur drei Personen davon gewusst: Strache, O. und sie selbst. Der Austausch von Rechnungen habe im Jahr 2010 begonnen und bis zum Amtsantritt von Strache als Vizekanzler im Dezember 2017 gedauert.

"Danach wurden kaum mehr private Rechnungen durch 'Restaurantrechnungen' getauscht. Ab seinem Antritt wurden private Rechnungen von ihm an mich oder (O., Anm.) in bar refundiert", heißt es in dem Protokoll.

Strache weist Vorwürfe zurück



In einem Facebook-Posting hat Heinz-Christian Strache jede Schuld von sich gewiesen. Der Ex-FPÖ-Chef sieht sich als Opfer krimineller Machenschaften seines Ex-Leibwächters R. Der habe ihn "scheinbar seit Jahren bespitzelt". Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.



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