Strache-Spesen auch für Whirlpool und Schulgeld?

Neue Details zur Spesen-Affäre um den ehemaligen FPÖ-Chef: Wie aus Ermittlungsakten hervorgeht, soll Strache der Partei Privatausgaben verrechnet haben.
Das Parteischiedsgericht der FPÖ Wien berät noch über einen Ausschluss des ehemaligen Bundesparteiobmanns Heinz-Christian Strache. Ein großes Thema: Die Vorwürfe in der "Spesen-Affäre". Strache soll, so der Verdacht der Staatsanwaltschaft, private Ausgaben mit Scheinrechnungen über sein monatlich mit 10.000 Euro befüllten Spesenkonto der Wiener FPÖ abgerechnet haben.

Ein Bericht des Ö1-"Morgenjournal" am Donnerstag bringt neue Details zur Causa. Aus Einvernahmeprotokollen geht hervor, dass die FPÖ unwissend das Schulgeld für ein Kind Straches, Nachhilfestunden, Arbeiten an einem Swimming Pool und die Reparatur eines Whirlpools bezahlt haben soll. Das gaben der ehemalige Leibwächter Straches, Oliver R., und die Ex-Assistentin des Parteichefs an.



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Und so soll der mutmaßliche Spesenbetrug abgelaufen sein: Der Bodyguard R. erledigte Einkäufe, deren Rechnungen bei der FPÖ nicht als Spesen durchgegangen wären, und holte sich von der Assistentin das Geld zurück. Diese brauchte allerdings eine Rechnung, die man etwa als "Arbeitsessen" bei der FPÖ einreichen konnte. Der Leibwächter soll dafür Konsumationsrechnungen in gleicher Höhe bei Szenelokalen und Restaurants eingesammelt haben. Laut Ö1 sollen sich Strache-Mitarbeiter an einem Abend sämtliche liegen gebliebenen Rechnungen besorgt haben. Der Parteichef soll die Spesengrenze von 10.000 Euro pro Monat außerdem überschritten haben.

Die falschen Belege seien dann in die FPÖ-Buchhaltung gewandert. Aber, so ein Bericht des "Kurier", R. habe von jedem Zettel eine Kopie angefertigt und auch Straches Einkaufsrechnungen behalten. All diese Belege habe er "in einigen Schuhschachteln" an die Staatsanwaltschaft übergeben, nachdem er im September nach einer Hausdurchsuchung festgenommen wurde.



Philippa ist Beschuldigte

Laut Ö1 wird auch Straches Ehefrau Philippa als Beschuldigte geführt. Der Verdacht lautet auf Anstiftung zu Untreue oder der Veruntreuung in Zusammenhang mit bestimmten Einkäufen.

Die Sache dürfte übrigens durch Telefonabhörmaßnahmen im Zuge der Ibiza- und Casinos-Ermittlungen aufgeflogen sein. Dort war überraschend die Rede von den Spesen. Ein Ermittler habe sich daraufhin an eine Anzeige gegen Strache von vor vier Jahren erinnert, die aber damals nicht konkretisiert werden konnte.

Strache selbst bestreitet die Vorwürfe. Für ihn gilt wie alle anderen Beteiligten die Unschuldsvermutung.



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