Wirtschaft

Ex-Telekom-Vorstand will sich geständig zeigen

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:04

Der frühere Vorstand der Telekom Austria, Rudolf Fischer, will sich in dem am Montag beginnenden Prozess wegen Untreue gegen fünf Personen teilweise geständig zeigen.

Im Wiener Straflandesgericht beginnt heute, Montagvormittag, der Prozess gegen Teile des ehemaligen Vorstandes der Telekom Austria. Der frühere Vorstand der Telekom, Rudolf Fischer, will sich dabei wegen Untreue teilweise geständig zeigen.

Die Anklage wirft fünf Angeklagten vor, durch eine Kursmanipulation im Februar 2004 widerrechtlich zu einem millionenschweren Bonusprogramm gekommen zu sein. Strafrechtliches Vergehen bestreiten die angeklagten Manager, eine "Kurspflege" im Sinne der Aktienentwicklung des Kurses im "üblichen Rahmen" räumen sie teilweise ein.

Wer wird mitgerissen?

Der Hauptangeklagte ehemalige Festnetzvorstand Rudolf Fischer soll laut Aussagen involvierter Anwälte ein Teilgeständnis ablegen. Dies hätte weitreichende Folgen, weil der als emotional geltende Hobbygolfer Fischer auch noch in anderen vermeintlichen Korruptionsfällen im Focus steht. Hierbei geht es um Scheinrechnungen über den Lobbyisten Peter Hochegger, der das Geld an das Umfeld der FPÖ bzw. des BZÖ zur Gesetzesbeeinflussung weitergeleitet haben soll. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Bis zu 10 Jahre Haft möglich

Angeklagt sind neben Fischer der Ex-Finanzvorstand Stefano Colombo, der seinerzeitige Generalsekretär Heinz Sundt, Telekom-Prokurist Josef Trimmel und der Broker Johann Wanovits, über den der Deal unter andrem mittels 500.000-Euro-Plastiksackerl am Wiener Naschmarkt abgewickelt worden sein soll. Wanovits pocht darauf, mit seinem Aktieninvestment einen feindlichen Angriff auf den Telekom-Kurs bekämpft zu haben.

Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet auf Untreue, der Strafrahmen beträgt bis zu zehn Jahre. Die Anklage stützt sich unter anderem auf ein neues „Instrument“, die Kronzeugenregelung. Als Kronzeuge angeboten hat sich der ehemalige Telekom-Manager Gernot Schieszler, der umfassend ausgesagt haben soll.

Fischer will gestehen

"Er wird sich nicht im Sinne der Anklage schuldig bekennen, aber für einen Teil die Verantwortung übernehmen“ zitierten die "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN) Fischers Verteidiger Wolfgang Brandstetter letzte Woche. Fischer sei sich nun bewusst, damals in wenigen Minuten eine strafbare Entscheidung getroffen zu haben.

Ende Februar 2004 wurde laut Anklage der Aktienkurs der Telekom Austria künstlich hochgetrieben, was Bonuszahlungen an 95 Manager auslöste. Laut Verteidiger Brandstetter hat Fischer damals 500.000 Euro für die Dienstleistung von Broker Johann Wanovits genehmigt, weil „er dachte, im Interesse des Unternehmens zu handeln“. Laut Anklage hat Wanovits letztlich mehr als eine Million Euro für die Kursmanipulation bekommen.

Sundt bekennt sich "nicht schuldig"

Fischer habe an die Telekom Austria in den vergangenen Wochen 300.000 Euro und voriges Jahr 200.000 Euro gezahlt und so den von ihm eingestandenen Schaden beglichen. Ex-Telekom-Austria-Generaldirektor Heinz Sundt werde sich hingegen nicht schuldig bekennen, schreiben die OÖN unter Berufung auf seinen Anwalt Martin Nemec. Sundt habe von den Zahlungen an Wanovits nichts gewusst.

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