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Ex-Tennis-Ass jagt Russen: "Sie schlachten Familien ab"

Sergej Stachowski hat seine Tennis-Karriere beendet. Jetzt kämpft er für sein Heimatland Ukraine, indem er russische Agenten jagt.
Heute Redaktion
23.03.2022, 13:16
olympia live
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Anfang des Jahres schlug der 36-Jährige noch bei den Australian Open auf. Danach wollte er den Tennis-Ruhestand mit der Familie genießen. Doch es kam anders. Nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine brachte er seine Familie in Budapest in Sicherheit. Er selbst kämpft für seine Heimat – in einer Spezialeinheit.

"Wir schauen, ob es russische Agenten gibt, und verhindern, dass Marodeure in Geschäfte einbrechen", erklärt er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Wir sind eine Gruppe von drei bis fünf Leuten. Wir haben einen Sektor, in dem wir patrouillieren. Jeder hat eine zweistündige Schicht, dann sechs Stunden Ruhepause, dann muss man wieder zwei Stunden raus, egal, ob es Tag oder Nacht ist."

Kampf um Existenz

Weiters meint er: "Jeder ist super motiviert, aber auch wütend und bereit, sich an der russischen Armee für ihre Gräueltaten zu rächen, für das, was sie der Zivilbevölkerung antun. Sie schlachten Familien ab, töten Zivilisten, vergewaltigen." Er sieht die Existenz der Ukraine in Gefahr: "Wenn man Putin sagen hört, dass die Ukraine nie existiert hat, dass sie von der Sowjetunion, von Lenin, erschaffen wurde, dass sie nie eine Geschichte hatte, dann versteht man: Sollte die Ukraine diesen Krieg verlieren, wird sie aus allen Geschichtsbüchern getilgt werden. Sie wird als Land von der Erde verschwinden."

Stachowski hofft auf Hilfe aus dem Ausland und glaubt, damit Russland schlagen zu können: "Politisch könnte die Unterstützung viel größer sein. Man muss den Himmel über der Ukraine schließen. Auf dem Boden werden die russischen Truppen die Ukraine nicht schlagen. Die Ukrainer sind bereit, sich zu wehren."

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