Schon im Alter von neun Jahren begann die heute 59-Jährige, mit Trainer Don Candy zu arbeiten. Der mittlerweile verstorbene Coach führte die US-Amerikanerin an die Weltspitze. Im Alter von 16 Jahren stand sie bereits im Doppel-Finale der US Open, drei Jahre später holte sie ihren ersten Grand-Slam-Erfolg auf dem "heiligen Rasen" von Wimbledon.
Zu diesem Zeitpunkt war der 32-Jahre ältere Australier mehr als nur ihr Coach, wie Shriver nun im "Daily Telegraph" verriet. "Als ich 17 Jahre alt war, habe ich ihm gestanden, mich in ihn verliebt zu haben", verriet die US-Amerikanerin. Candy war zu diesem Zeitpunkt 50 Jahre alt.
Die Zuneigung der jungen Tennisspielerin wurde jedenfalls erwidert. "Er und ich ließen uns auf eine lange und unangemessene Affäre ein. Ja, er hat seine Frau betrogen. Aber vieles an ihm war ehrlich und authentisch, ich habe ihn geliebt", meinte Shriver, betonte, nie sexuell belästigt worden zu sein.
Trotzdem hatte die fünfjährige Affäre mit ihrem Coach Folgen für Shriver. Mittlerweile warnt die heute 59-Jährige vor derartigen Beziehungen. "Es hat meine Fähigkeit, eine normale Beziehung einzugehen, beeinträchtigt und Muster festgelegt, die immer wieder auftreten: meine anhaltende Anziehung zu älteren Männern und meine Schwierigkeit, zu verstehen, wie man Grenzen einhält", erklärte die 59-Jährige.
"Ich glaube, dass derartige Beziehungen erschreckend häufig vorkommen. Jedes Mal, wenn ich von einer Spielerin höre, die mit ihrem Trainer zusammen ist, oder wenn ich in einem Fitnessstudio sehe, wie ein Physiotherapeut an einem weiblichen Körper arbeitet, läuten bei mir die Alarmglocken", schilderte Shriver weiter.
Die Ex-Tennisspielerin schlägt deshalb vor, junge Spielerinnen frühzeitig zu erziehen. "Man kann schon vor der Pubertät damit anfangen, mit elf, zwölf oder 13 Jahren. Wenn sie auf die große Tennis-Tour kommen, sind viele Muster schon festgelegt", so die US-Amerikanerin. Außerdem müsse auch den Trainern klar sein, "dass diese Beziehungen nicht angemessen sind und sie mit Konsequenzen rechnen müssen."