Ex-VP-Berater verdiente sich mit Masken goldene Nase

Ex-ÖVP-Berater Walter Schnauder
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Ex-ÖVP-Berater Walter Schnauder dürfte durch einen lukrativen Masken-Deal schnell und unbürokratisch von der Krise profitiert haben.

PR-Experte Walter Schnauder erhielt von der Oberösterreichischen Gesundheitsholding ohne Ausschreibung einen 4,5-Mio.-Euro-Auftrag zur Beschaffung medizinischer Schutzausrüstung, so die "Krone". Den erfüllte er, verlangte aber teils bis zu sechsfach (!) höhere Preise. Der Deal hielt, obwohl andere Anbieter zu marktüblichen Preisen angeboten hatten. Zudem hatte Schnauder zuvor keinerlei Erfahrungen im Handel mit Medizinprodukten. Die Firma, über die der Auftrag lief, gibt es erst seit 1. April.

Ein von Neos-OÖ-Sprecher Felix Eypeltauer beauftragtes Gutachten zeigt zudem: Der PR-Berater verfügt nicht einmal über die nötigen Gewerbeberechtigungen, um mit medizinischer Ausrüstung handeln zu dürfen. Anzeigen will Eypeltauer Schnauder aber nicht, das sei "Sache der Wirtschaftskammer". Die blieb bislang aber untätig, obwohl anonyme Hinweisgeber auf die Causa aufmerksam machten.

WKO verweigert Auskünfte

Brisant: Im "Heute" vorliegenden E-Mail-Verkehr verweigert die WKO "mangels Offenlegung Ihrer Person" jegliche Auskünfte. Replik der Hinweisgeber: "Es ist uns klar, dass Sie Herrn Schnauder persönlich kennen und gerne wissen würden, wer versucht, ihn 'anzupatzen'." Dennoch erwarte man sich jetzt, dass den "Verstößen" nachgegangen werde. Schnauder selbst verteidigt den Deal auf "Heute"-Anfrage mit komplizierten Zoll-Regeln und dem kurzfristigen Liefertermin. Zudem wirft er der Opposition vor, aus der Causa politisches Kleingeld schlagen zu wollen. Die teilweise bis zu sechsfach überhöhten Stückpreise dementierte er aber nicht.

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