Ex-Weltmeister knöpft sich Verstappen und Hamilton vor

Jacques Villeneuve knöpft sich Lewis Hamilton und Max Verstappen vor.
Jacques Villeneuve knöpft sich Lewis Hamilton und Max Verstappen vor.Imago Images
Die spannendste Formel-1-Saison seit Jahren biegt auf die Zielgerade. Max Verstappen und Lewis Hamilton reisen punktegleich nach Abu Dhabi. 

Trotzdem hagelt es nach dem Chaos-Rennen von Dschidda heftige Kritik am niederländischen Red-Bull-Star. Verstappen hatte für ein Überholmanöver außerhalb der Streckenbegrenzung zunächst eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe gesehen, danach für die Kollision mit Hamilton eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe aufgebrummt bekommen, die an Rang zwei des Niederländers allerdings nichts mehr änderte. 

"Hollywood-Show"

Jacques Villeneuve, selbst Weltmeister von 1997, sparte derweil nicht mit Kritik an den beiden Streithähnen. "Das war nicht die Formel 1, das war Leihkart-Fahren. Alles war falsch. Ich weiß nicht, was ich sagen soll", meinte der Kanadier gegenüber "Motorsport.com". 

"Wollen wir Sport und eine gute Formel 1? Oder wollen wir nur eine Hollywood-Show?", richtete der mittlerweile 50-Jährige den beiden WM-Rivalen aus. "Wenn sie eine Hollywood-Show wollen, dann war das großartig. Aber ist es das, was die Formel 1 ausmacht?", so der ehemalige Champion weiter. 

"Frank hätte sich im Grabe umgedreht"

Und blickte auch auf seinen ehemaligen Teamchef, den kürzlich verstorbenen Frank Williams: "Frank hätte sich im Grabe umgedreht, wenn er dieses Rennen gesehen hätte."

Doch auch die Teamchefs hätten sich alles andere als mit Ruhm bekleckert, wie der Kanadier weiter ausführte. "Wenn man dann noch die Teamchefs sieht, die alle schreien und Streckenhelfer unter Druck setzen und so weiter. Dann wird das lächerlich. Es ist wirklich lächerlich geworden", schüttelte Villeneuve den Kopf. "Für die Fans war es großartig. Es wird sicher die Zuschauerzahlen nach oben treiben. Aber wir beginnen uns vom Sport zu entfernen", meinte der 50-Jährige weiter. 

"Beide haben sich dumm angestellt"

Zum heiß diskutierten Crash kam es schließlich aufgrund der DRS-Linien. "Das Problem sind diese blöden Linien. Lewis wollte sie nicht vor Max überqueren. Er wusste, dass Max ihn vorbeilassen würde. Er wollte nur nicht, dass Max auf der nächsten Geraden das DRS hat. Beide haben sich dumm angestellt", analysierte der Weltmeister von 1997. 

Für das finale Formel-1-Wochenende hat Villeneuve nur einen großen Wunsch: "Ich hoffe, dass wir ein sauberes Rennen haben. Möge der Bessere gewinnen. Und nicht so etwas wie in Dschidda, nicht Hollywood, passieren." Doch wer ist nun der große Favorit? "Eigentlich ist es eine Red-Bull-Strecke, aber mit dem Motor, den Lewis jetzt hat, ist jede Strecke eine Lewis-Strecke." 

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