Wirtschaft

Experiment "Bedingungslosen Grundeinkommen" startet

Nach sechs Jahren und über 650 Grundeinkommen-Empfänger geht der Test in die nächste Phase.

Leo Stempfl
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Die NGO "Mein Grundeinkommen" testet seit sechs Jahren, wie ein bedingungsloses Grundeinkommen in der Praxis wirkt und verloste über 250 per Crowdfunding finanzierte BGEs an Menschen aus ganz Deutschland. Je ein Jahr lang bekamen sie jeden Monat 1.000 Euro überwiesen. Ohne Gegenleistung oder Verpflichtungen.
Die NGO "Mein Grundeinkommen" testet seit sechs Jahren, wie ein bedingungsloses Grundeinkommen in der Praxis wirkt und verloste über 250 per Crowdfunding finanzierte BGEs an Menschen aus ganz Deutschland. Je ein Jahr lang bekamen sie jeden Monat 1.000 Euro überwiesen. Ohne Gegenleistung oder Verpflichtungen.
(Bild: Mein Grundeinkommen / Christian Stollwerk)

Das Projekt startete 2014 in Deutschland als Crowdfunding: Sobald 12.000 Euro an Spenden zusammengekommen waren, wurden diese an eine Person verlost: 1.000 Euro, jedes Monat, für ein Jahr. Über 140.000 Personen unterstützten die Idee und spendeten. Die Erfahrung hat gezeigt, dass niemand faul wurde, wie vielerorts befürchtet. Empfänger blühen auf, leben gesünder und sozialer, bilden sich fort oder gründen gar ein Unternehmen.

Nun soll geklärt werden, ob das bedinungslose Grundeinkommen auch im großen Maßstab funktionieren würde. Gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung startete das Forschungsprojekt am 18. August. 120 Menschen werden über einen Zeitraum von drei Jahren hinweg monatlich 1.200 Euro ausbezahlt und dabei wissenschaftlich begleitet.

"Die Neugier an der Frage, wie ein Bedingungsloses Grundeinkommen wirkt, ist in die DNA unserer Organisation geschrieben. Deshalb gehen wir jetzt den nächsten Schritt und wollen wissen: Hat ein Bedingungsloses Grundeinkommen das Potenzial unsere Gesellschaft krisenfest und zukunftsfähig zu machen? Mit dem DIW und einem Forscherteam aus Ökonom:innen, Psycholog:innen und Soziolog:innen haben wir renommierte und unabhängige Partner:innen zur Seite, damit wir diese Fragen beantworten können", so Maheba Goedeke Tort, Politik- und Kommunikationswissenschaftlerin und Mitglied der Geschäftsführung von "Mein Grundeinkommen."